St. Pölten

Erstellt am 16. März 2018, 08:50

NÖ-Polizei machte fast eine Million Überstunden. Nur bei der Wiener Exekutive gab es noch mehr Extraeinsätze und damit mehr als zwei Millionen Überstunden.

Symbolbild  |  APA, APA

Personalengpässe bei Österreichs Exekutive führen dazu, dass viele Beamte Sonderschichten einlegen müssen, um den Dienstbetrieb aufrecht erhalten zu können. Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hat jetzt mitgeteilt, dass alle bei der Landespolizeidirektion Niederösterreich im Vorjahr fast eine Million Überstunden gemacht wurden. Exakt waren es 955.117 von Exekutivbeamten und weitere 9630 in der Polizeiverwaltung.

6,3 Millionen Überstunden bundesweit

Diese Zahlen gibt der Innenminister in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der SPÖ bekannt. Die ÖVP-FPÖ-Bundesregierung hat angekündigt, bis zum Ende der Legislaturperiode 4000 Beamte und Polizeischüler zusätzlich in den Polizeidienst zu bringen, um auch die bevorstehende Welle an Pensionierungen von Exekutivbeamten in den kommenden Jahren abzufangen. Insgesamt haben Österreichs Polizisten bundesweit 2017 rund 6,3 Millionen Überstunden geleistet, wie die Aufstellung Kickls zeigt.

Die meisten Überstunden wurden im Vorjahr in Wien geleistet. Dort gab es laut der Auflistung des Innenministers knapp mehr als zwei Millionen Überstunden, als gut doppelt so viele wie in Niederösterreich. Im Bundesländervergleich rangiert Oberösterreich mit rund 664.000 Überstunden mit einigem Abstand an der dritten Stelle vor der Steiermark, wo die Exekutive 2017 rund 638.000 Überstunden im Einsatz war.

151 NÖ-Polizisten gehen heuer in Pension

Im Schnitt gehen in den kommenden Jahren allein in Niederösterreich jeweils gut 150 Exekutivbeamte in den Ruhestand. Allein im heurigen Jahr sind es nach den Angaben des Innenministers in der parlamentarischen Antwort an die SPÖ 151 Exekutivbedienstete, dazu kommen noch vier Mitarbeiter in der Verwaltung. 2019 sind dann 155 Pensionierungen von Polizisten zu erwarten plus elf in der Verwaltung. 2020 wird dann damit gerechnet, dass 165 Exekutivbeamte in Pension gehen und zusätzlich zehn in der Verwaltung.

Auch in diesem Bundesländervergleich liegt Wien voran. Dort werden folgende Zahlen an Pensionierungen erwartet: im Jahr 2018 (239 Exekutivbeamte, 28 in der Verwaltung); im Jahr 2019 (247 Exekutivbeamte, 41 in der Verwaltung); im Jahr 2020 (263 Exekutivbeamte, 31 in der Verwaltung).

Innenminister Kickl versichert, dass im Rahmen einer Offensive auf eine bundesweit möglichst ausgewogene Personalzuteilung geachtet werde. Die Ausbildungskapazität der Sicherheitsakademie, um neues Personal auszubilden, werden ab Mitte dieses Jahres 2400 Mann betragen.