Betreuung zuhause: Pflegekräfte gesucht. Akuter Personalmangel herrscht derzeit in der mobilen Hauskrankenpflege in allen Bereichen.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 05. September 2017 (03:03)
NÖN
Eva Grohs (Einsatzleiterin Sozialstation St. Pölten), Karin Thallauer (Bereichsleiterin Familie und Pflege), Caritas-Direktor Hannes Ziselsberger und Caritas-Personalleiter Peter Mossgöller sprachen über Personalsuche.

Die Menschen werden älter und wollen immer länger zuhause bleiben. Bei der mobilen Pflege gibt es schon jetzt Probleme bei der Nachbesetzung. Alleine bei der Caritas St. Pölten sind 30 freie Dienstposten ausgeschrieben. In ganz Niederösterreich sind es bei allen Trägerorganisationen rund 260.

„Der Bedarf an Pflege wird weitersteigen“, so Caritasdirektor Hannes Ziselsberger. „Wir suchen daher dringend diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegeassistenten, Fachsozialbetreuer Altenarbeit und Heimhelfer.“ Übrigens wandeln sich in der Pflege gerade die Berufsbilder und der Alltagsbegleiter kommt dazu.

Warum gerade mobile Pflegekräfte gesucht werden? Unter anderem „stehen die Hilfsorganisationen bei der Rekrutierung von Pflegepersonal auch in Konkurrenz mit den Spitälern“, so Karin Thallauer, Bereichsleiterin von Caritas Familie und Pflege. Einige wollen nach der Ausbildung lieber Vollzeit arbeiten, was in der mobilen Pflege schwieriger ist. Da Kunden bestimmte Zeiten (morgen, mittags, abends) für die Besuche bevorzugen usw. Dafür aber können die Dienstzeiten flexibler gestaltet werden, Teilzeitarbeitsmodelle und eigenständiges Arbeiten sind möglich, Kunden geben viel Positives zurück. Und: „Diese Jobs eignen sich gut für Einsteiger, aber auch für Wiedereinsteiger nach der Karenz“, so Caritas-Personalleiter Peter Mossgöller.

Damit wieder mehr Menschen in der mobilen Pflege arbeiten, braucht es eine politische Diskussion. Immerhin kann die Finanzierung der Pflege derzeit nicht ohne staatliche Mittel erfolgen. Es braucht eine bessere Entlohnung. „Als Gesellschaft müssen wir uns die Frage stellen, welchen Wert wir dieser Arbeit zugestehen“, so Ziselsberger.