FCG-Wahlsieg trotz Gegenwind. Im Bundesdienst behielt die FCG ihre Vormachtstellung. Mehrheit auch bei der Polizei und dem Bundesheer.

Von Martin Gebhart, Anita Kiefer und Teresa Sturm. Erstellt am 01. Dezember 2014 (05:52)
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Reinhard Zimmermann holte für die Kameradschaft der Exekutive auch im Bund die Mehrheit.
NOEN, ANDI.BRUCKNER
Im Vorfeld hatte es einige Befürchtungen gegeben, speziell bei der Polizei und beim Bundesheer. Am Wahlabend dann aber zufriedene Gesichter, Lehrervertreter Helmut Ertl erinnerte beim Köpfen einer Sektflasche sogar an einen Grand-Prix-Sieg.

Die Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) hatte sich bei den Personalvertretungswahlen im Bundesdienst wieder deutlich durchgesetzt – auch in NÖ. Die großen Verlierer waren die Sozialdemokratischen Gewerkschafter (FSG).

Speziell bei der Polizei hatte man nicht genau gewusst, wie sich die Strukturreform mit den Schließungen von Polizeiin spektionen auswirken wird. Die FCG konnte allerdings ihren Vorsprung auf die FSG noch vergrößern.

Luef "Sieg der kompletten Mannschaft"

Johannes Luef, Spitzenkandidat der Kameradschaft der Exekutive (FCG): „Das ist ein Sieg der kompletten Mannschaft. Wir haben einige Dienststellenausschüsse gewonnen.“ Wobei besonders jener in der Stadt Wiener Neustadt überraschte.

Robert Rathammer von der FPÖ-Gewerkschaft AUF freute sich zwar über Zugewinne, verstand aber das Wahlverhalten nicht: „Was mich wirklich verwundert, ist das Wahlverhalten der Kollegen. Die letzten fünf Jahre haben wir Strukturreformen gehabt mit Nulllohnrunden und Lohnrunden unter der Inflation, und jetzt ist auch noch genau diese Politik gestärkt worden.“

Die größere Überraschung bei der Polizei gab es aber bundesweit. Da überflügelte FCG-Mann Reinhard Zimmermann aus NÖ den bisherigen FSG-Vorsitzenden.

Beim Bundesheer blieb die FCG trotz des Sparplanes auch vorne, hier gewann vor allem die AUF dazu. Herbert Fallmann, FSG-Personalvertreter: „Die Einsparungen, die wir machen müssen, sind uns politisch umgehängt worden, da können wir nichts dafür.“
 

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NOEN, zVg
Bei den Lehrern konnte Pflichtschulvorsitzender Helmut Ertl (FCG) den Mandatsstand in NÖ sogar noch ausbauen. Nun steht es 10:1, was FSG-Mann Jürgen Pany sehr ärgert: „Es wird immer schwieriger in NÖ zu bestehen, wenn man nicht schwarz ist.“

Helmut Ertl sieht dem Ausbau der Mandate natürlich anders: „Es ist ein klares Zeichen, dass unsere Arbeit nicht nur in der vergangenen Periode, sondern auch in den Jahren davor eine gute war, sonst wäre das von den Kollegen nicht honoriert worden.“


Vorläufiges Endergebnis der Personalvertretungswahlen in NÖ

Landesergebnis NÖ:

  • FCG: 67,67 %, 199 Mandate

  • FSG: 19,10 %, 87 Mandate

  • UGÖD: 5,41 %, 2 Mandate

  • AUF: 6,28 %, 40 Mandate

  • SONSTIGE: 1,54 %, 18 Mandate

Polizei

  • FCG: 45,76 %, 4 Mandate

  • FSG: 34,67 %, 3 Mandate

  • AUF: 19, 57 %, 1 Mandat

Bundesheer

  • FCG: 44,72 %, 57 Mandate

  • FSG: 26,50 %, 31 Mandate

  • AUF: 25,09 %, 26 Mandate

  • SONSTIGE: 3,69 %, 3 Mandate

Justizwache

  • FCG: 37,70 %, 19 Mandate

  • FSG: 25,45 %, 13 Mandate

  • AUF: 24,39 %, 12 Mandate

  • SONSTIGE: 12,46 %, 5 Mandate

Berufsschullehrer

  • FCG: 88, 78 %, 4 Mandate

  • FSG: 11, 22 %, 0 Mandate

  • AHS-Lehrer

  • FCG: 74,45 %, 6 Mandate

  • FSG: 10,89 %, 1 Mandat

  • UGÖD: 14,66 %, 1 Mandat

Pflichtschullehrer

  • FCG: 78,25 %, 10 Mandate

  • FSG: 15,23 %, 1 Mandat

  • UGÖD: 6,52 %, 0 Mandate

BHS-Lehrer

  • FCG: 74,87 %, 7 Mandate

  • FSG: 10,20 %, 0 Mandate

  • UGÖD: 14,93 %, 1 Mandat