Die SPÖ NÖ fordert einen Pflegeschlüssel im Land

Erstellt am 17. Mai 2022 | 13:04
Lesezeit: 3 Min
Mit einem 17-teiligen Pflegeprogramm wollen die Sozialdemokraten die "Leistbarkeit", "Transparenz" und "Menschlichkeit" der Pflege auch in Zukunft in Niederösterreich garantieren. Unter anderem fordert die SPÖ NÖ einen verbindlichen Pflegeschlüssel in Niederösterreich, ein 80-prozentiges Ausbildungsgehalt und die Aufnahme der Pflege in die Schwerstarbeiterregelung.
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"Wir wollen, dass Pflege leistbar, transparent und menschlich gestaltet wird – so muss das Pflegesystem der Zukunft aussehen", fordert LH-Stellvertreter und Landesparteivorsitzender Franz Schnabl. Mit einem 17-teiligen Pflegeprogramm will die SPÖ NÖ nun die Pflege als Beruf attraktiveren und die Rahmenbedingungen sowohl von Pflegerinnen und Pflegern als auch Menschen, die Pflege in Anspruch nehmen, verbessern. 

Die siebzehn Bausteine des "PflegePROgramms" der SPÖ NÖ befassen sich etwa mit der Verbesserung der Situation für Pflegekräfte durch Ausbildungsoffensiven und adäquater Bezahlung sowie planbarer Freizeit, der Anstellung pflegender Angehöriger, der gesetzlichen Verankerung der Gemeinnützigkeit und der Errichtung eines Pflegegarantiefonds. 

Schlechte Bezahlung, fehlende Planbarkeit durch ständiges Einspringen sowie Zukunftsängste durch fehlende Absicherung, bei jenen, die ihre Mütter bzw. Väter pflegen, seien nur einige der Herausforderungen in der Pflege, die Schnabl von betroffenen Landsleuten hört. 

Fehlende Dienstplantreue als Hauptgrund für Kündigung

Neun von zehn in der Pflege Beschäftigten sagen, dass die fehlende Dienstplantreue der Hauptgrund war, dass sie dem Beruf den Rücken zugekehrt haben, erzählt Karin Scheele, Gesundheits- und Pflegesprecherin der SPÖ NÖ. Da werde es auch schwierig Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Auch in der Pandemie wäre die angespannte Personalsituation  der Hauptgrund dafür gewesen, warum die Angst groß war, dass das Gesundheitssystem kippt. "Das sollte uns ein Alarmzeichen sein. Faire Bezahlung ist die eine Seite, Dienstplantreue die andere. Hier sind wir wieder bei unserer langjährigen Forderung nach einem Pflegeschlüssel angelangt, der mehr Planbarkeit und die notwendigen Pausen garantieren würde", sagt Scheele.

Außerdem müsste schon heute mit der Planung und dem Bau von neuen Einrichtungen begonnen werden, meint Scheele weiter: „Für die Errichtung und Ausstattung braucht es bundeseinheitliche Vorgaben. Wichtig sind uns auch flächendeckende Angebote für Plätze in alternativen Wohnformen – etwa betreubares oder betreutes Wohnen. Und es braucht einen Ausbau der mobilen Pflegedienste sowie neue Modelle der häuslichen Betreuung und Pflege.“

"Warten auf den Bund" als Ausrede

Es sei jedenfalls eine politische Ausrede sich auf den Bund auszureden, sagt Schnabl. Das Land NÖ könne jetzt schon als Dienstgeber und Sozialpartner die Gehälter und Löhne von Menschen in der Pflege deutlich erhöhen, ein 80-prozentiges Ausbildungsgehalt festlegen, die Anstellung pflegender Angehöriger beschließen (wie es im Burgenland bereits möglich ist, Anm.) "nd einen Pflegeschlüssel festlegen.

In der kommenden Landtagssitzung am Donnerstag will die SPÖ NÖ ihr Pflegekonvolut in einer Aktuellen Stunde zur Pflege mit den anderen Parteien diskutieren.