NÖ Radlobby fordert Tempo 80. Nach tragischem Unfall wird ein Limit auf Landesstraßen ohne Radweg gefordert.

Von Linda Goldsteiner und Anita Kiefer. Erstellt am 13. August 2019 (05:44)
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Landesstraße ohne Radweg: Limit gefordert.

Zwei Kleinkinder, ein und vier Jahre alt, starben am 4. August bei einem tragischen Unfall: Ein Pkw hatte auf der B19 bei Hausleiten (Bezirk Korneuburg) einen Fahrradanhänger erfasst, der an ein Elektrofahrrad gekoppelt war.

Dieser Unfall hat auch heftige Diskussionen ausgelöst. Zum einen erneuerte die NÖ Radlobby ihre Forderung nach einem Tempolimit von 80 km/h auf Landesstraßen, wo keine Radverkehrsanlage besteht. Außerdem kritisiert die Radlobby, dass bei der 2018 vorgenommenen Erneuerung der B19 kein Begleitradweg errichtet wurde. Bei jeder Baustelle entlang von Landesstraßen solle eine Verkehrsprüfung für einen Radweg mit erfolgen, so der Standpunkt der Radlobby. „Das funktioniert in einigen Ländern sehr gut, in NÖ geht das sehr langsam“, bedauert Vorsitzender Karl Zauner.

„Dazu bedarf es eines entsprechenden Wunsches aus der Region“, heißt vom NÖ Straßendienst zu dieser Forderung. Erst dann würden die Möglichkeiten geprüft. Für den Ausbau des Radwegenetzes gebe es finanzielle Unterstützung des Landes – konkret 2,7 Millionen Euro für das Jahr 2019, heißt es aus dem Büro von Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko (VP). Auf die Frage, ob verschärfte Gesetze notwendig sind, um Unfälle wie jenen in Hausleiten zu verhindern, verweist man im Büro Schleritzko auf den Bund.

Dass das Radwegenetz in NÖ ausgebaut werden soll, darüber sind sich auch die anderen im Landtag vertretenen Parteien – SPÖ, FPÖ, Grüne und NEOS – einig. Gerhard Razborcan von der SPNÖ will „die gesetzlichen Rahmenbedingungen an neue Gefährte anpassen und so unfallvorbeugend wirken“. Radverkehr auf den Landesstraßen hält FPNÖ-Verkehrssprecher Dieter Dorner „generell für äußerst gefährlich“ – er will ebenfalls einen Ausbau des Radwegenetzes.

Die NÖ Grünen wünschen sich grundsätzlich mehr Radfahrer auf den Straßen. NEOS-Verkehrssprecherin Edith Kollermann kann sich vorstellen, Fahrradanhänger für Landesstraßen ohne Radwege nicht zuzulassen.

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