NÖN-Sonntagsfrage: Mikl-Leitner hält weiter Absolute. Gut eineinhalb Jahre vor der nächsten Landtagswahl 2023 hat das „Institut für Demoskopie und Datenanalyse“ (IFDD) im Auftrag der NÖN eine Umfrage gestartet. Mit einem klaren Ergebnis. Wäre am Sonntag in Niederösterreich Landtagswahl, würde die ÖVP wie 2018 wieder 49 Prozent erreichen. Laut der Umfrage verliert die SPÖ. Das Ergebnis der FPÖ bleibt nahezu unverändert und die NEOS überholen die Grünen.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 22. Juni 2021 (16:56)
Mikl-Leitner
Erich Marschik

1.250 Tage sind seit der Landtagswahl in Niederösterreich am 28. Jänner 2018 vergangen. In dieser Zeit ist viel passiert. Bundespoltisch war die Phase von der Ibiza-Affäre, einem historischen ÖVP-Erfolg bei den Neuwahlen und dem umstrittenen U-Ausschuss geprägt. Die Corona-Pandemie hat all diese Ergebnisse noch einmal in den Schatten gestellt. Die Bundes-ÖVP rund um Kanzler Sebastian Kurz befindet sich aktuell in einem Umfrage-Tief.

In Niederösterreich dürfte das aber keinen Niederschlag finden. Wäre am Sonntag Landtagswahl, wäre die ÖVP wieder klare Nummer eins. Sie würde 49 Prozent erreichen – und damit fast exakt denselben Wert wie bei der Landtagswahl 2018 (49,6). Das ergibt die repräsentative Umfrage, die Meinungsforscher Christoph Haselmayer mit seinem in Niederösterreich ansässigen „Institut für Demoskopie und Datenanalyse“ (IFDD) im Auftrag der NÖN gestartet hat.

Sonntagsumfrage Niederösterreich NÖN
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Anders ergeht es der SPÖ. Der zuletzt positive Trend der Bundes-SPÖ wirkt sich auf die Landes-Partei rund um Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl nicht aus. Die Sozialdemokraten verlieren drei Prozentpunkte und kommen auf nur 20 Prozent (2018: 23,9 Prozent). Auch die FPÖ könnte sich im Vergleich zur Wahl 2018 laut der Umfrage nur marginal auf 15 Prozent steigern (2018: 14,8 Prozent).

Im Kampf der beiden Kleinparteien ziehen die NEOS mit insgesamt acht Prozent laut Umfrage an den Grünen vorbei. Damit liegt die Partei von Indra Collini um drei Prozent besser als beim erstmaligen Einzug in den Landtag 2018. „Vor allem im Wiener Umland können die NEOS massiv punkten“, betont Studienautor Christoph Haselmayer.

Vertrauensindex: SPÖ-Landesrätin hängt Schnabl ab

Ausschlaggebend für die guten Werte der Landes-ÖVP ist vor allem Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie genießt bei der Bevölkerung mit Abstand das größte Vertrauen aller Landes-Politiker. Den zweiten Platz teilen sich ÖVP-Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und SPÖ-Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, die in der Corona-Krise eng zusammengearbeitet haben.

Sonntagsumfrage Niederösterreich NÖN
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Die SPÖ-Landesrätin hängt damit ihren Landesparteiobmann Franz Schnabl ab, der in der Wählergunst sogar hinter den Partei-Chefinnen der Opposition, Indra Collini (NEOS) und Helga Krismer (Grüne), rangiert. Abgeschlagen Letzter ist FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl, der zuletzt mit einer Anklage bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in den Schlagzeilen war. Innerhalb der eigenen Wählerschaft liegt bei den Freiheitlichen Udo Landbauer deutlich vor Waldhäusl – insgesamt sogar auf Rang drei.

Hohe Zufriedenheit im Land

Grundsätzlich zeigt die Umfrage eine hohe Zufriedenheit im Land. 63 Prozent, also fast zwei Drittel der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, finden, dass sich das Bundesland in die richtige Richtung entwickelt. Nachholbedarf orten sie jedoch im Bereich der kostenlosen Kinderbetreuung.

NÖN-Sonntagsfrage
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