Politische Randnotizen. Martin Gebhart über ein groß-koalitionäres Unternehmen & Faymann-Posting.

Von Martin Gebhart. Erstellt am 29. September 2014 (09:18)
Karl Stadler
Martin Gebhart

Groß-kolitionäres Beratungsunternehmen.

Diesen Zusammenschluss hat wohl kaum jemand erwartet. Am Mittwoch präsentieren Christa Kranzl und Herta Mikesch ihre gemeinsame Beratungsfirma für Klein- und Mittelbetriebe. Beide kannten sich seit ihrer Jugend, politisch gingen sie im Bezirk Melk allerdings getrennte Wege. Christa Kranzl machte in der SPÖ Karriere – von der Landesrätin zur Staatssekretärin. Jetzt ist sie noch mit ihrer Liste im Gemeinderat in Persenbeug vertreten. Herta Mikesch schaffte es für die ÖVP in den Nationalrat, zuletzt war sie auch Präsidentin des Landesskiverbandes gewesen. Jetzt haben sie sich wieder gefunden, wobei es ein langer Weg war, wie Herta Mikesch gegenüber der NÖN erklärte. Bei der beruflichen Kooperation haben sich beide zu einem Grundsatz bekannt: Die Politik muss dabei heraußen gelassen werden.

Debatte über Faymann-Posting.

Einigen Funktionären der Landes-SPÖ ist ein Posting von Marcus Arige, der für die Öffentlichkeitsarbeit beim ÖGB in Niederösterreich zuständig ist, sauer aufgestoßen. Da bezeichnet er es als Fehler, dass SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann das ÖGB-/Arbeiterkammer-Modell zur Steuerreform beim Parteitag im November einbringen will. Für Arige ist es ein Fehler, weil das Modell als überparteiliches Konzept erarbeitet wurde, weil es untermauere, dass die SPÖ kein eigenständiges Konzept habe und weil sich Faymann so nur die Stimmen der SPÖ-Gewerkschafter beim Parteitag sichern wolle. Gegenüber der NÖN versicherte Marcus Arige, dass dies nicht die Meinung des ÖGB, sondern nur seine private Meinung sei. Und privat halte er es für einen Fehler.

Aufstieg für Brigitte Adler.

Weil die Debatte um die Steuerreform alles überdeckt hatte, war bei den Berichten über die Zusammenkunft der Bundesarbeiterkammer vor zwei Wochen untergegangen, dass NÖ mit Brigitte Adler eine Vizepräsidentin von Präsident Rudolf Kaske stellt. Die 60-jährige Betriebsratsvorsitzende des Landesklinikums Klosterneuburg ist bereits seit 2007 Vizepräsidentin der NÖ Arbeiterkammer und nun auch als erste Frau im bundesweiten Präsidium verankert. Vom Beruf her ist sie diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester. Die Mutter von zwei Töchtern wohnt im Bezirk Tulln. Ihr Hauptthema: Gesundheitsberufe.