BürgerInnen Dialog: „Müssen in Lösungen denken“. Um Jahrhundertprojekte mit Rede- und Handlungsbedarf ging es in Othmar Karas’ BürgerInnen Dialog in NÖ.

Von Ewald Baringer und Michaela Fleck. Erstellt am 01. September 2021 (03:57)
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Volle Reihen, drängende Themen: Günther Ofner, Leonore Gewessler und Othmar Karas mit Moderatorin Michaela Fleck (am Podium von rechts) vergangenen Freitag in der Lecture Hall des IST Austria in Maria Gugging. Gerade am Wort: Christa Kranzl (ganz links). Foto: Marschik
Marschik

Im Grunde waren sich alle einig beim BürgerInnen-Dialog in der Lecture Hall des IST Austria: Der Klimaschutz, so Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) sei „eine historische Aufgabe“, klimaneutrale Produktion „ein Jahrhundertprojekt für Europa“. Aber: Die Zeit zu handeln „ist genau jetzt!“

Die Zeit zu reden auch. Denn im Zuge von Europas groß angekündigter Zukunftskonferenz soll ja auch die Bürgerbeteiligung eine entscheidende Rolle spielen. Also hat EU-Parlaments-Vize Othmar Karas schon im Mai sein BürgerInnen Forum neu aufgestellt. Und vergangenen Freitag zum ersten BürgerInnen Dialog nach NÖ geladen. Am Programm: „Umwelt und Wirtschaft“.

Am Podium: Österreichs zuständige Bundesministerin. Und Schwechats Flughafen-Vorstand. Dieser, Vorstandsdirektor Günther Ofner , sah die Lage mit einer Portion Skepsis. Europa sei nur für acht Prozent des weltweiten CO 2 -Ausstoßes verantwortlich, es bedürfe daher einer globalen Koordinierung. Und das, so Ofner, werde „ein schwieriger, dornenvoller Weg“.

„Nicht in Problemen, sondern in Lösungen denken“ sei gefragt, meinte dagegen Gastgeber und BürgerInnen Forums-Obmann Othmar Karas. Er hob auch die Bedeutung der Zivilgesellschaft hervor und wünschte sich: „Wir müssen Weltmarktführer bei Umwelttechnologien werden!“

An konkreten Maßnahmen wurden im Zuge der Diskussion der Ausbau des öffentlichen Verkehrs oder ein gemeinsamer europäischer Luftraum genannt. Doch hier sah Ofner noch viel Handlungsbedarf: Erst müssten die Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Ziele geschaffen werden – und das dauere erfahrungsgemäß Jahre.

Auch aus dem Publikum kamen kontroverse Themen, vom europäischen Eisenbahnnetz bis zum EU-Parlamentssitz in Straßburg, von der Bodenversiegelung bis zu Niederösterreichs Nebenbahnen, für die sich NÖs Ex-Landesrätin Christa Kranzl stark machte.

Miteinander zu reden und zu informieren sei für Karas wesentlich, doch: „Kein Kompromiss darf uns vom Ziel abbringen.“ Dieser Meinung war auch Leonore Gewessler: „Gemeinsam können wir auch große Krisen meistern.“ Und selbst Günther Ofners Conclusio war offensiv optimistisch: „Ans Werk! Wir müssen’s tun!“