NÖ beschließt Errichtung sechs neuer Gesundheitszentren. Bis zum Jahr 2021 entstehen 14 neue Gesundheitszentren in Niederösterreich. Ab Oktober 2018 starten die ersten drei Gesundheitszentren im Rahmen eines Pilotprojektes – je eines in Böheimkirchen, Schwechat und St. Pölten. Gleichzeitig wurde vereinbart, künftig weitere drei Einrichtungen in der Nähe von oder in einem NÖ Landesklinikum - wie zum Beispiel in Mauer bei Amstetten - sowie Einrichtungen, die als Netzwerk organisiert sind, umzusetzen.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 29. Juni 2018 (12:36)
NLK Pfeiffer
Präsentierten die geplanten Gesundheitszentren in NÖ: Landesrat Martin Eichtinger, NÖ GKK-Obmann Gerhard Hutter, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und der Präsident der NÖ Ärztekammer, Christoph Reisner (v.l.n.r.) 

Bis 2021 sollen in Niederösterreich 14 neue Gesundheitszentren entstehen, die Errichtung von sechs Einrichtungen wurde nun beschlossen. Heuer im Oktober sollen drei Pilotprojekte starten - als Standorte wurden am Freitag Böheimkirchen, Schwechat und St. Pölten präsentiert. Weitere drei Zentren sollen bis Ende 2019 nahe oder in einem Landesklinikum oder als Netzwerkvariante umgesetzt werden.

Nach einer laufenden Evaluierung sollen die Pilotprojekte in den Regelbetrieb gehen, hieß es bei der Pressekonferenz in Wien mit Vertretern des Landes, der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse (NÖGKK) und der NÖ Ärztekammer. Die Finanzierung übernimmt überwiegend die NÖGKK. Diese rechnet mit 1,2 bis 1,3 Millionen Euro Gesamtkosten pro Jahr und Einheit, wovon schätzungsweise 800.000 bis eine Million Euro auf die NÖGKK entfallen. Das Land steuert laut Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in den kommenden fünf Jahren in Summe rund acht Millionen Euro bei, jährlich in etwa 1,3 Millionen Euro.

Die Primärversorgungseinheiten sollen "eine bessere wohnortnahe Gesundheitsversorgung gewährleisten, die bisherige hausärztliche Versorgung ergänzen und längere Öffnungszeiten für die Patienten sicherstellen", sagte Mikl-Leitner laut Landespressedienst. Mit diesen Gesundheitszentren wolle man aber auch attraktive Arbeits- und Rahmenbedingungen für Ärzte und Gesundheitsberufe in den Regionen schaffen.

NLK Pfeiffer
Präsentierten die geplanten Gesundheitszentren in NÖ: Landesrat Martin Eichtinger, NÖ GKK-Obmann Gerhard Hutter, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und der Präsident der NÖ Ärztekammer, Christoph Reisner (v.l.n.r.) 

"Die Teamarbeit verschiedener Berufsgruppen sichert eine umfassende und kontinuierliche Behandlung - von der medizinischen Diagnostik und Behandlung und von der Betreuung chronisch kranker Menschen bis hin zur Gesundheitsförderung", sagte NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP). Er sprach in einer Aussendung von einem "Meilenstein im niederösterreichischen Gesundheitswesen".

"Niederösterreich ist bundesweit das erste Land, in dem alle Regelungen und Voraussetzungen vorab geklärt wurden, und das die Pilotphase mit mehreren Primärversorgungseinheiten einleitet", hielt NÖGKK-Obmann Gerhard Hutter fest. Niederösterreichs Ärztekammer-Präsident Christoph Reisner sieht in diesem Modell eine sehr gute Ausweitung des Angebots der medizinischen Versorgung in Niederösterreich. Die Ärztekammer stehe der Weiterentwicklung des Gesundheitssystems positiv gegenüber und sei offen für Neuerungen.

In einem Gesundheitszentrum arbeiten mindestens drei Allgemeinmediziner, diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal, Ordinationsassistenten und mindestens drei andere Gesundheitsberufe (etwa Logopäden, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, Diätologen oder Hebammen) unter einem Dach bzw. eng vernetzt zusammen. Die Ordinationen sind mindestens 50 Stunden in der Woche ganzjährig geöffnet - von Montag bis Freitag zwischen 7.00 und 19.00 Uhr. Insgesamt sollen in Österreich 75 Gesundheitszentren bis zum Jahr 2021 entstehen.

 

"Gesundheitszentrum ist unverzichtbare Maßnahme"

Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer aus dem Bezirk Amstetten, freut sich ,dass nun die Voraussetzungen geschaffen sind auch am Standort Amstetten-Mauer ein Gesundheitszentrum zu errichten. „Jetzt geht es darum Gespräche zu führen, um die notwendige Anzahl von drei Ärzten sowie Räumlichkeiten sicherzustellen. Die ärztliche Versorgung in Amstetten-Mauer ist dringend notwendig, da auch der letzte Hausarzt seine Türen geschlossen hat - ein Gesundheitszentrum ist also eine unverzichtbare Maßnahme für die Region. Das Landesklinikum hat noch ausreichend Kapazitäten für das Gesundheitszentrum, und bringt den Vorteil kurzer Wege und aufeinander eingespielte Kollegen unter einem Dach mit sich um besser auf individuelle Bedürfnisse einzugehen“, sagt die VP-Politikerin.