Probleme auch mit weniger Niederwild. Die Jägerschaft will den Bestand schützen, ganz zum Unmut einiger Landwirte.

Von Sophie Seeböck. Erstellt am 24. Dezember 2019 (05:12)
Landwirte melden große Schäden durch Feldhasen.
NOEN, Foto: Shutterstock.com / Soru Epotok

Um Hase, Fasan und Rebhuhn zu schützen, wurden vom NÖ Jagdverband Forderungen formuliert und in Brüssel an die Verantwortlichen der EU übergeben. Da das Niederwild vor allem auf Äckern und Wiesen lebt, sollen Landwirte Flächen für die Tiere zur Verfügung stellen.

Sogenannte Biodiversitäts-Flächen können nicht bewirtschaftet werden und sollen deshalb gerecht von der EU entlohnt werden. Grundsätzlich wurden schon 2019 laut NÖ Landwirtschaftskammer niederösterreichweit rund 32.000 Hektar Biodiversitätsflächen bewirtschaftet. Diese Flächen können durch entsprechende Pflege zu mehr Niederwild führen, seien aber nicht nur auf die Erhöhung der Bestände ausgelegt.

Nachdem die NÖN über die Übergabe der Forderungen in Brüssel berichtete, melden sich Landwirte zu Wort, die nicht verstehen wollen, warum sie sich für mehr Schutz des Niederwildes einsetzen sollten. Zu hohe Wildbestände hätten in ihren Betrieben große Schäden verursacht.

Landwirte fordern regulierendes Eingreifen der Jäger

Ein Landwirt aus dem Bezirk Horn hatte durch Feldhasen große Einbußen bei Soja und Kürbis zu tragen, Orts-Kollegen hätten Probleme bei der Waldbewirtschaftung.

Ein weiterer Landwirt aus dem Bezirk St. Pölten kritisiert, dass es generell zu viel Wild gäbe. „Der Mais wird im Keim-Stadium durch Fasane, aber auch durch Rehe bedroht“, schildert er.

Soja werde ebenfalls von Hasen während des gesamten Wachstums befallen. Doch auch Rehe und Schwarzwild machen dem Landwirt zu schaffen. Grundsätzlich hätten die Landwirte nichts gegen das Wild, aber derartig viele Tiere wären für die moderne Landwirtschaft nicht mehr tragbar. Die Landwirte fordern regulierendes Eingreifen der Jäger, aber auch fairere Schlichtung bei Wildschäden von der Politik.

Wenig Bestand: Dennoch muss reguliert werden

Während in diversen Regionen die Landwirte über zu viel Niederwild klagen, spricht die Statistik für ganz NÖ eine andere Sprache.

Sylvia Scherhaufer, Generalsekretärin des NÖ Jagdverbandes.
Geroges Schneider

Vor allem seit den 1970er-Jahren seien die Besatz-Zahlen laut dem Jagdverband stark rückläufig.

Das Ziel der Jäger seien aber keinesfalls so hohe Niederwild-Zahlen wie Anfang des 20. Jahrhunderts oder den 70er-Jahren. Die Generalsekretärin des NÖ Jagdverbands Sylvia Scherhaufer erklärt zudem, dass trotz niedriger Bestands-Zahlen allgemein in manchen Gebieten regulierend eingegriffen werden müsse.