Illegale Sexarbeit im Visier der NÖ Politik. Der NÖ Landtag beschließt neue Schutzzonen und mehr Befugnisse für die Polizei. Zuletzt beflügelten Corona und Internet-Anbahnung die illegale Wohnungsprostitution.

Von Lisa Röhrer und Norbert Oberndorfer. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:00)
Gottfried Waldhäusl (FPÖ) ist für das Prostitutionsgesetz zuständig.
Semrad

In St. Veit an der Gölsen (Bezirk Lilienfeld) befand sich 100 Meter entfernt von einem Kindergarten ein Bordell. Schon vor einigen Jahren sorgte das für Riesen-Wirbel bei den Anrainern.

Mit der Novellierung des Prostitutionsgesetzes im Landtag sollen hitzige Streitereien wie diese Geschichte sein. Während im alten Gesetz aus dem Jahr 1984 nur vage formuliert steht, dass sich „in unmittelbarer Nähe“ zu Schulen, Kindergärten oder Wohngebieten keine Bordelle befinden dürfen, soll der Text in der Sitzung am Donnerstag konkretisiert werden: Künftig wird es nicht mehr möglich sein, ein Bordell oder Laufhaus in einem 250-Meter-Umkreis zu Schulen, Kindergärten, Kirchen oder Wohngebieten zu betreiben.

„Für bestehende Lokale ergeben sich aber keine Änderungen“, erklärt der zuständige Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ). Gesenkt werden soll hingegen das Mindestalter zur Prostitution: von bisher 19 auf 18 Jahre. Hintergrund ist der, dass die aktuelle Regelung aus einer Zeit stammt, in der die Volljährigkeit noch bei 19 Jahren lag.

Illegale Sexarbeit durch Corona gestiegen

Seit 3. November mussten neben Tanzstudios, Kinos und Casinos auch die rund 50 Bordelle in NÖ lockdown-bedingt geschlossen halten. Escort-Service ist unter strengen Auflagen erlaubt. Während Corona habe die illegale Sexarbeit einen Höhenflug erlebt, heißt es von der Polizei, sie steige aber schon seit Jahren wegen „neuer Zugangsmöglichkeiten“.

„Durch die gesteigerte Nutzung des Internets stiegen auch die Möglichkeiten, über diverse Einschaltungen illegale Prostitution anzubahnen“, sagt Polizeisprecher Heinz Holub. Mit der Gesetzesänderung wird die Polizei mehr Befugnisse bekommen, um bei Ermittlungen im Rahmen der illegalen (Wohnungs-)-Prostitution vorgehen zu können.