Protest nach Verhaftung von Votivkirchenflüchtling. Die Festnahme eines der Votivkirchen-Flüchtlinge am Donnerstagabend in Wien sorgt weiter für Aufregung. Ein Sprecher des Flüchtlingscamps sprach von polizeilicher Willkür.

Erstellt am 01. März 2013 (11:50)

Laut ihm sei der 33-jährige Pakistani im Park vor der Kirche im Rahmen einer fremdenrechtlichen Kontrolle von einem Zivilpolizisten zu Boden gerissen worden. Innenministerin Mikl-Leitner wies die Vorwürfe zurück.

"Die Amtshandlung war kein Zufall. Es stellt sich die Frage, ob die Fremdenpolizei hier nicht ein eigenes Süppchen kocht. Da wurde gestern ausgerechnet jener Mann aus einer Gruppe mehrerer Asylwerber gerissen, der noch vor kurzem mit der Polizei verhandelt hat und einer der Sprecher der Flüchtlinge war." Der Sprecher des "Refugee Camps" betonte, der Mann - gegen ihn liegt ein rechtskräftiger, negativer Asylbescheid vor - habe erst in der Vorwoche eine schwere Operation nach einem Schädel-Hirn-Trauma gehabt.

Laut Klaus Schwertner von der Caritas ist die Lage in der Kirche derzeit ruhig. "Aber die Verunsicherung ist groß, für viele ist unklar, wie es weiter geht."

Mikl-Leitner verteidigte die Amtshandlung der Polizei und stellte eine politisch motivierte Aktion in Abrede: "Wir haben von der ersten Minute mit viel Fairness Gespräche geführt und gesagt, dass wir uns jedem Einzelschicksal widmen. Aber wir haben auch klar signalisiert, dass es keine strukturellen Änderungen im Asylwesen und kein Bleiberecht für alle geben wird." Zugleich warf sie den Unterstützern der Flüchtlinge in der Kirche "moralisches Unvermögen" vor. "Sie machen den Asylwerbern Hoffnungen, die nicht zu erfüllen sind."