Das sagt Niederösterreich zur Steiermark-Wahl. ÖVP und Grüne jubeln in Niederösterreich mit ihren steirischen Kollegen mit. Sie sind die klaren Wahl-Sieger bei der Landtagswahl. Für NEOS zeige die Wahl erneut, dass die Menschen die pinke Partei in der Politik wollen.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 26. November 2019 (15:54)
Hermann Schützenhöfer (ÖVP)
FOTO: APA/GEORG HOCHMUTH

Etwa zwei Monate vor den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich wurde gestern in der Steiermark gewählt. Fortgesetzt hat sich dort bei der Landtagswahl der derzeitige Trend. Jubeln können die beiden Parteien, die auch auf Bundesebene gerade eine Koalition verhandeln: Mit rund 36,3 Prozent der Stimmen ist die ÖVP rund um Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer erstmals seit 2000 wieder die stimmenstärkste Partei in der Steiermark. Die Grünen schafften mit 12,4 Prozent zum ersten Mal bei einer steirischen Landtagswahl ein Ergebnis im zweistelligen Bereich. 

Einen weiteren Dämpfer setzte es hingegen für die SPÖ. Sie liegt bei knapp 23 Prozent und damit deutlich hinter der ÖVP. Der rote Spitzenkandidat Michael Schickhofer hatte im Wahlkampf einen "Schichtwechsel" propagiert, gab nach der neuerlichen SPÖ-Schlappe heute Morgen dann aber seinen Rücktritt bekannt. 

Einen großen Einbruch brachte die Wahl außerdem für die von Ibiza-, Casino- und Liederbuch-Affäre(n) gebeutelte FPÖ. Freude herrscht hingegen auch bei der KPÖ und den NEOS, also den beiden Parteien, die um den Einzug in den Landtag wieder zittern mussten. Ihn mit 6,1 Prozent (KPÖ) und 5,4 Prozent (NEOS) aber geschafft haben.

Gratulationen von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner

Gratulationen gibt es zum Wahlergebnis von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: "Ich kenne Hermann Schützenhofer als umsichtigen Politiker, der auf Zusammenarbeit setzt, um das Beste für seine steirischen Landsleute zu erreichen. Und das heutige Wahlergebnis zeigt in beeindruckender Weise, wie sehr die Steirer hinter ihm und seiner Amtsführung stehen.“

Somit könne der erfolgreiche steirische Weg mit der Volkspartei und Hermann Schützenhöfer als Landeshauptmann an der Spitze fortgesetzt werden. Für sie ist das Wahlergebnis ein klarer Auftrag, diese Politik weiter zu verfolgen.

Für Grünen-Chefin Helga Krismer-Huber "ein guter Tag für den Klimaschutz"

Für Grünen-NÖ-Chefin Helga Krismer-Huber war der Wahltag in der Steiermark vor allem "ein guter Tag für den Klimaschutz". Die Grünen haben damit Geschichte geschrieben, ist sie überzeugt: „Zum ersten Mal schaffen sie ein zweitstelliges Ergebnis bei einer Landtagswahl in der Steiermark. Mit diesem starken Votum für Klima- und Umweltschutz, für Gerechtigkeit und Transparenz werden sie im Landtag für die Themen der Zukunft kämpfen." Das seien genau die Themen, die auch die grünen Teams bei der Gemeinderatswahl im Wahlkampf begleiten werden, kündigt Krismer-Huber an.

Freude bei NEOS-Landessprecherin Indra Collini

Freude herrscht auch bei NEOS-Landessprecherin Indra Collini: "Dass wir bei allen vier Wahlen heuer dazugewonnen haben, ist unfassbar schön und zeigt, dass wir konstant wachsen und die Menschen NEOS in der Politik wollen." Mit dem Erfolg in der Steiermark sei für sie der besten Bildung, den mutigen Innovationen für das Land, aber auch der Transparenz und einer kritischen Kontrolle eine Stimme gegeben worden. Das gebe auch Rückenwind für die Gemeinderatswahlen.

Wolfgang Kocevar: „Schickhofers Entscheidung ist zu akzeptieren“

Sehr überrascht über den Wahlausgang zeigt sich Niederösterreichs SPÖ-Geschäfsführer Wolfgang Kocevar nicht: „Michael Schickhofer hätte bei dieser Wahl ein echter Coup gelingen müssen, um den Abwärtstrend zu stoppen und ihm einen positiven Spin zu geben.“ Nach der Wahl habe der steirische SPÖ-Vorsitzende für sich die Konsequenzen gezogen. „Das ist zu akzeptieren“, meint Kocevar.

Die FPÖ war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen.