Reaktionen und Stimmen aus Niederösterreich. Ab 8. Februar sollen der Handel und Schulen wieder öffnen, jedoch unter strengen Auflagen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) begrüßt die "schrittweise Öffnung" und fordert gleichzeitig "von allen Verantwortung und Disziplin". Wirtschaftslandesrat Danninger spricht von einem "Comeback der Zuversicht". Weitere Reaktionen von FPNÖ: "Mini-Lockerungen und Testzwang", NEOS: "Kontrollierte Öffnung mit Hirn", WKNÖ: "Einsicht durchgesetzt" und Wirtschaftsbund: "Maßnahmen strikt einhalten".

Von Norbert Oberndorfer. Erstellt am 02. Februar 2021 (09:40)
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Landeshauptfrau Mikl-Leitner begrüßt „schrittweise Öffnung“

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner
NLK Filzwieser

Aufgrund der Virusmutationen sei gleichzeitig Vorsicht geboten, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem ORF. „Verantwortung und Disziplin sind weiterhin von uns allen gefordert", so Mikl-Leitner. Der Großteil der Bevölkerung halte sich zwar an alle Richtlinien, es sei aber wichtig, „dass sich alle daran halten“. 

In zwei Wochen werde die epidemiologische Lage durch Bund und Ländervertreter erneut beurteilt werden, ob es weitere Lockerungsschritte oder doch wieder Verschärfungen geben soll.

Danninger glaubt, dass Betriebe strenge Auflagen einhalten werden

Niederösterreichs Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger (ÖVP)
NLK Pfeiffer

"Diese behutsamen Öffnungsschritte sind ein Comeback der Zuversicht für unsere Wirtschaft", ist Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger (ÖVP) überzeugt. Er sei dabei von der Vorsicht der Betriebe überzeugt, dass sie "alles tun werden, um das Risiko einer dritten Welle zu minimieren. Daher wird Niederösterreichs Wirtschaft die strengen Auflagen – so wie bisher - peinlich genau einhalten", heißt es von Danninger in einer Aussendung. Von der Eröffnung erwarte sich Danninger auch positive Auswirkungen auf die angespannte Arbeitsmarktsituation.

NEOS setzen auf "niederschwellige Wohnzimmertests"

NEOS-Landessprecherin Indra Collini
NEOS NÖ

"Eine kontrollierte Öffnung mit Hirn ist ein notwendiger Schritt, heißt es von NEOS-Landessprecherin Indra Collini, "gerade mit Blick auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie die Perspektive für die Wirtschaft und Arbeitsplätze." Das Land und Bund müsse jetzt das Infektionsgeschehen genau verfolgen, regional handeln und die nächsten Öffnungsschritten vorbereiten. Collini plädiert für "niederschwellige Wohnzimmertests" in Kombination mit Teststraßen und "gezielten Berufsgruppentests."

FPNÖ sieht "Mini-Lockerungen" und "Testzwang"

Udo Landbauer
Franz Gleiß

Kritisch äußerten sich die FPNÖ zu den von der Bundesregierung präsentierten Lockerungen. Landesparteiobmann Udo Landbauer: "Anstatt endlich den Befreiungsschlag zu liefern, hält die schwarz-grüne Bundesregierung an massiven Einschränkungen der Grund- und Freiheitsrechte fest." Landbauer spricht von „Mini-Lockerungen samt verschärfter Maskenpflicht und Testzwang“. Diese würden den Unternehmen nicht auf ihrem Weg aus der Krise helfen.

WKNÖ fordert  "weitere dauerhafte Öffnungsschritte" 

WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker urgiert: „Wir müssen aufsperren – und das mit Sicherheit!“
Franz Baldauf

„Letztlich hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass unsere Unternehmen dringend positive Signale und Perspektiven brauchen. Unsere Unternehmen sind nicht der Ort, an dem sich das Virus verbreitet", sagt WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker. Den Lockerungen als "erster Schritt" müssen "weitere dauerhafte Öffnungsschritte" folgen, fordert Ecker.

Wirtschaftsbund appelliert "Maßnahmen strikt einhalten"

Die Öffnungsschritte seien ein hoffnungsvolles Signal für Niederösterreichs Betriebe. "Die wiedergewonnenen Freiheiten dürfen nicht leichtfertig verspielt werden: Es liegt jetzt an jedem Einzelnen von uns, die Maßnahmen strikt einzuhalten und ein zielgerichtetes Öffnen weiterer Branchen zu ermöglichen. Denn alle Betriebe wollen aufsperren und endlich wieder arbeiten“, sagt Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger.


Wirtschaftsbund Niederösterreich-Direktor Harald Servus
 WBNÖ/Lechner

Wirtschaftsbund-Direktor Harald Servus begrüßt die Öffnung für Handel und körpernahe Dienstleistungen als „essentiell, um Überleben der Betriebe zu sichern.“ Der künftige Test für Kunden körpernahen Dienstleistungen sei zwar eine Herausforderung, aber das sei jedenfalls besser, als die Betriebe weiter geschlossen zu halten. Das könne auch ein Testlauf für weitere Öffnungsschritte im Bereich Tourismus und Veranstaltungen sein.