Grippe-Impfpflicht für Gesundheitsberufe möglich. Die Regierung erwägt eine Grippe-Impfpflicht für Gesundheitsberufe. Das teilte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei einem Pressetermin anlässlich der Regierungsklausur in Krems mit. Für ihn ist die Influenza gegenüber dem Coronavirus nämlich das "prioritäre Thema".

Von APA, Redaktion. Erstellt am 29. Januar 2020 (14:51)
funnyangel/Shutterstock.com

Dennoch nimmt sich die Regierung auch umfassend der von China ausgehenden Erkrankung an. Wie Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) berichtete, halten sich derzeit sieben Österreich in der besonders betroffenen Region auf. Derzeit sei man in Abstimmung vor allem mit Deutschland und Frankreich bemüht, diese Personen aus dem Gebiet herauszubekommen. Insgesamt sind derzeit circa 3.000 Österreicher in China. Das Außenministerium versucht, mit allen Kontakt aufzunehmen.

In Österreich gibt es laut Anschober derzeit keinen konkreten Verdachtsfall. Auch ist die Erkrankung bisher nicht nachgewiesen worden. Auf die leichte Schulter nehmen will der Minister die Sache angesichts von mittlerweile acht in Europa bestätigten Fällen aber nicht: "Das Virus ist in Europa angekommen." Grund zur Panik bestehe aber nicht.

Sorge macht Anschober angesichts der aktuellen Influenza-Welle, dass die Grippe-Impfrate in Österreich bei nicht einmal zehn Prozent liegt und damit viel zu niedrig sei. Die Regierung werde sich spätestens bis zur nächsten Influenza-Welle bemühen, die Impfrate deutlich zu erhöhen. Hoffnung setzt der Ressortchef auf den elektronischen Impfpass, der hier Barrieren reduzieren könne. Zudem wird eben überlegt, eine Grippe-Impfung für Gesundheitsberufe verpflichtend zu machen.