ÖVP will den Handel stärken. Lokale Wirtschaft soll fit für Netz und Tourismus ausgebaut werden.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 14. Januar 2020 (01:34)
Immer mehr Leute kaufen im Internet. Die ÖVP will eine Strategie entwickeln, damit der heimische Handel konkurrenzfähig bleibt.
shutterstock.com

Den heimischen Handel stärken – das hat sich die ÖVP als Ziel gesteckt. Dass es kein „Entweder-Oder“ beim Shopping im Netz und dem Einkauf vor Ort geben wird, ist laut Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner klar. Dass Internet-Shopping boomt, bestätigen auch Statistiken, die zeigen, dass sich die Online-Einkäufe seit 2010 verdoppelt haben.

Gerade deshalb müssen die regionalen Händler die Chancen des Internets nutzen, ist Mikl-Leitner überzeugt. Erarbeitet werden soll mit der Wirtschaftskammer und dem Handelsverband eine Strategie zur Stärkung der digitalen Fitness des Handels. „Dadurch wollen wir unsere Unternehmen von unfairen Wettbewerbsbedingungen im Netz sowie Ortszentren vor weiterer Ausdünnung schützen.“ Gleichzeitig will die ÖVP bei den Konsumenten das Bewusstsein für regionalen Kauf schärfen.

Das ist eines der Ziele für 2020, die die ÖVP bei ihrer Klausur in Amstetten festlegte. In Angriff genommen werden soll laut dem Arbeitsprogramm in den kommenden Monaten auch die Erarbeitung einer neuen Tourismus-Strategie. Mit rund 7,6 Millionen Nächtigungen freut sich Niederösterreich 2019 über einen Fremdenverkehrs-Rekord: Das ist eine Steigerung um 2,5 Prozent im Vergleich zu 2018. Um noch mehr Urlauber und Ausflügler in das blau-gelbe Bundesland zu locken, baue die ÖVP auf drei zentralen Leitlinien auf: Regionalität und Authentizität, Kultur und Kulinarik sowie Gesundheit und Naturerlebnis.

Neue Offensive für Fachkräfte ab 25

Der Tourismus ist einer der Bereiche, in denen der Ruf nach Fachkräften immer lauter wird. Dafür, dass es in Niederösterreich genug gut ausgebildete Arbeitskräfte gibt, soll ein neues Arbeitsmarkt-Projekt sorgen. Bereits im Herbst wurde verkündet, dass die im Vorjahr gestartete Lehrlingsoffensive 2020 fortgesetzt werden soll. Von den Projekten zur Erleichterung des Einstiegs in die Arbeitswelt haben, laut Mikl-Leitner, 2019 6.200 Jugendliche unter 25 profitiert. 2020 sollen auch die über-25-Jährigen Hilfe bekommen: Das Land startet die Qualifizierungsoffensive. Das Ziel ist es, 3.500 Personen dadurch gezielt für den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Investiert werden 77 Millionen Euro – gemeinsam mit dem AMS und dem Europäischen Sozialfonds.

Festgelegt ist im Arbeitsprogramm auch die Schaffung von mehr Betreuungsplätzen für die Jüngsten. Vorgesehen waren 2020 100 weitere Betreuungsgruppen für unter-2,5-Jährige. Bis 2022 sollen dann noch 100 weitere hinzu kommen.

Erarbeitet wird in diesem Jahr außerdem eine E-Health-Strategie. Außerdem sollen der Radverkehr im Land ausgebaut und die internationalen Beziehungen verbessert werden – durch weitere Gemeinde- und Städtepartnerschaften.