So digital ist unser Land. Digi-Jobs sind in NÖ wichtiger als im Bundesschnitt. Aber: Jeder Neunte war noch nie im Internet.

Von Daniel Lohninger und Anita Kiefer. Erstellt am 23. Juli 2019 (02:07)
NLK/Reinberger
Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav und Georg Bartmann vom Amt NÖ Landesregierung studieren die Eckdaten des Digi-Reports, der auch den Ist-Zustand der Digitalisierung in NÖ dokumentiert.

Gut eineinhalb Jahre ist es her, dass Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesrätin Petra Bohuslav die Digitalisierungsstrategie für Niederösterreich präsentierten. Das Hauptziel: Den digitalen Wandel als Chance wahrnehmen und damit neue Arbeitsplätze schaffen, ländliche Regionen stärken und die Lebensqualität verbessern.

Die NÖN hat den Überblick über das, was bereits passiert, und das, was in den nächsten Jahren noch passieren soll:

Digitalisierung in Beruf und Alltag.

Der vor wenigen Tagen fertiggestellte Digi-Report zeigt, dass 4,2 Prozent der Beschäftigten in Niederösterreich in der Informations- und Kommunikationsbranche tätig sind – im Österreich-Schnitt sind es nur knapp über drei Prozent. Der Digi-Report zeigt aber auch, dass jeder neunte Niederösterreicher noch nie das Internet genutzt hat und nur 86 Prozent der Haushalte überhaupt einen Internetzugang haben.

Die Bewusstseinsbildung ist deshalb ein wichtiger Baustein der Digitalisierungsstrategie. Gelingen soll das beispielsweise mit dem Digi-Bus, der 2018 in 120 der 573 Gemeinden Halt machte. Inhaltliche Akzente will das Land mit Fördercalls für digitale Projekte setzen, aktuell beispielsweise mit einem Bonus für 3D-Druck-Projekte.

Breitband-Ausbau.

Laut Digi-Report wurden im Vorjahr 35.000 neue Anschlüsse in den vier Breitband-Pilotregionen geschaffen. Seit der Vorwoche ist die Finanzierung des Breitband-Anschlusses der nächsten 100.000 Haushalte in Gemeinden unter 5.000 Einwohnern von 2020 bis 2022 gesichert. Allianz Capital Partners investiert dafür 300 Millionen Euro.

Die NÖ Breitband-Holding führt dazu in den kommenden beiden Monaten die Detailgespräche. „Verläuft alles nach Plan, sollen bereits Anfang 2020 die ersten Bauarbeiten starten“, kündigt Bohuslav an. 2026 sollen laut Ecoplus insgesamt 300.000 Haushalte einen Breitband-Anschluss haben.

Haus der Digitalisierung.

Mit der Geschäftsstelle für Technologie und Digitalisierung schuf das Land eine zentrale organisatorische Anlaufstelle, mit dem Haus der Digitalisierung eine aktuell nur virtuelle Drehscheibe für Digitalisierung zwischen Nutzern, Wirtschaft und Wissenschaftseinrichtungen. Seit kurzem ist diese der dreißigste Digi-Hub in Europa. „Unsere Betriebe und Forschungseinrichtungen können damit auf ein europäisches Netzwerk zugreifen“, betont Bohuslav. 2022 wird das physische Haus der Digitalisierung in Tulln eröffnet.

Digitale Verwaltung.

Jedes zweite der 202 laufenden Digitalisierungsprojekte hat die Vereinfachung der Verwaltung durch Digitalisierung zum Thema. So sollen Volksbegehren auf Landesebene künftig nur mehr elektronisch durchgeführt werden, Anträge auf Wohnzuschuss und Förderanträge für Unternehmen können online eingereicht und abgewickelt werden. Niederösterreich ist auch Pilotregion für den Digitalen Impfpass. Bewährt er sich, kommt er 2021 in ganz Österreich.