Ruf nach freier Abstimmung zu Bundeshymne. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter schlägt vor, die Nationalratsabgeordneten über eine frauenfreundliche Adaption der Bundeshymne frei abstimmen zu lassen. Damit könne die Änderung gleich nach der Sommerpause des Nationalrates über die Bühne gehen, meinte er in der "Kronen Zeitung".

Erstellt am 11. Juli 2011 (14:31)

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter schlägt vor, die Nationalratsabgeordneten über eine frauenfreundliche Adaption der Bundeshymne frei abstimmen zu lassen. Damit könne die Änderung gleich nach der Sommerpause des Nationalrates über die Bühne gehen, meinte er in der "Kronen Zeitung".

SPÖ-Klubchef Cap sowie Grünen-Frauensprecherin Judith Schwentner haben auf Anfrage der APA kein Problem damit und sehen den Klub ohnehin geschlossen hinter dem Vorschlag. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl, der die blauen Abgeordneten wiederum geeint gegen eine Änderung sieht, fürchtet sich ebenfalls nicht vor einer Freigabe. Und auch für BZÖ-Frauensprecherin Martina Schenk, die sich für eine neue Version der Bundeshymne aussprach, ist eine freie Abstimmung "überlegenswert".

Beim Koalitionspartner ÖVP zeigte man sich zum Thema Töchter indes schweigsam - zumindest die Männer in der Partei. Nachdem eine dahingehende Initiative der früheren Frauenministerin Rauch-Kallat bei der letzten Nationalratssitzung vor der Sommerpause von der eigenen Fraktion verhindert worden war, wollten sich weder Klubchef Kopf noch die Parteispitze - allesamt männlich besetzt - dazu öffentlich äußern. Einzig Innenministerin Fekter würde gerne von Töchtern singen.

Dies teilte sie am Montag der Pressekonferenz zur Präsentation des OECD-Wirtschaftsberichts mit. Dass die frühere Frauenministerin Rauch-Kallat bei ihrer letzten Nationalratssitzung diese Initiative gestartet habe, halte sie für legitim.

Aufsehen hatte die Aktion am vergangenen Freitag eigentlich weniger dadurch erregt, dass Rauch-Kallat und ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm den Antrag auf Umtextung der Hymne gemeinsam mit SPÖ und Grünen Frauen eingebracht hatten, sondern dadurch, dass die ehemalige Frauenministerin durch Endlos-Reden eigener männlicher "Parteifreunde" an der Begründung ihres Antrags gehindert wurde.