Salcher fordert neues Lehrer-Bild und Ganztagsschule. Andreas Salcher stellt dem österreichischen Bildungssystem nach der Bekanntgabe der PISA-Ergebnisse erneut ein schlechtes Zeugnis aus. Nur im Ankündigen von Reformen im Bildungswesen sei Österreich Weltmeister, meint der Ex-ÖVP-Politiker und Autor.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 03. Dezember 2019 (19:55)
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"Es hätte schon ein Wunder passieren müssen, damit wir besser abschneiden. Jedes andere Ergebnis als dieses hätte mich überrascht": Die heute präsentierten PISA-Ergebnisse sind für den Bildungs-Experten und Ex-ÖVP-Politiker Andreas Salcher alles andere als eine Überraschung. Österreich landete dabei, wie berichtet, wieder im Mittelfeld. Getestet wurden im Vorjahr 600.000 Jugendliche in 79 Ländern. Beim Lesen und in den Naturwissenschaften lieferten die österreichischen Schüler im OECD-Vergleich durchschnittliche Ergebnisse. In Mathematik liegen sie leicht über dem Durchschnitt. 

"Wenn man sich diese Ergebnisse anschaut, darf man nicht außer Acht lassen, dass Österreich das zweitteuerste Bildungssystem der Welt hat", meint er und betont, dass nur Luxemburg noch mehr in diesen Bereich investiere. "Daran gemessen, müssten wir auch das zweitbeste Ergebnis haben. Davon sind wir aber weit entfernt." Das liegt für den Mit-Begründer der "Sir Karl Popper"-Schule daran, dass große Würfe im Bildungssystem fehlen:  "Alles, was diskutiert oder umgesetzt wurde, sind ideologische Dinge. Die bringen uns nicht weiter", ist er überzeugt. Aus seiner Sicht sind drei Schritte notwendig, damit Österreich bei den PISA-Testungen künftig bessere Noten bekommt: eine Aufwertung der Elementarpädagogik, flächendeckend die echte Ganztagsschule und außerdem ein zeitgemäßes Lehrer-Bild. "Hier müsste man nicht nur bei der Ausbildung der Lehrer, sondern schon bei der Auswahl der Personen für diesen Beruf ansetzen", sagt Salzer. 

Das Zeugnis, das er dem österreichischen Bildungssystem ausstellt, ist schlecht: "Nur, wenn PISA eine vierte Kategorie hätte, das Ankündigen von Reformen, würden wir besser abschneiden. Da sind wir Weltmeister", meint er.