„Scheu bin ich nicht“. 100-Tage-Bilanz für den Waldviertler eindeutig: Wechsel in NÖ Landesregierung hat er nicht bereut. Trotz Budgetkritik.

Von Martin Gebhart. Erstellt am 01. August 2017 (02:52)
NLK
Landesrat Ludwig Schleritzko stellte zusätzliche 500.000 Euro für diverse Straßenbaumaßnahmen im Waldviertel auf.

Mit einem kleinen Umtrunk im NÖ Landhaus feierte Ludwig Schleritzko in der Vorwoche seine ersten 100 Tage als ÖVP-Landesrat. Dass er vom Nationalpark in die NÖ Landesregierung gewechselt ist, habe er keine Minute bereut, so der 38-jährige Horner: „Die Aufgabe ist spannend und herausfordernd.“ Nachsatz: „Man ist da falsch aufgehoben, wenn man Scheu hat.“ Und die habe er nicht.

Jedenfalls hatte er sich von Anfang an voll in die Politik gestürzt. In den ersten 100 Tagen besuchte er 101 Gemeinden im ganzen Land. Und er legte im Juni bei der Budgetdebatte mit seinem ersten Budget zur Zufriedenheit seiner Parteikollegen die Feuertaufe ab. Schleritzko im Nachhinein: „Ich habe mich sehr sicher gefühlt mit dem, was ich präsentiert habe.“ Dass er teilweise heftig kritisiert wurde, weil er den Budgetweg von Wolfgang Sobotka und Johanna Mikl-Leitner weiter führt, war für ihn kein Problem: „Ich war von keiner Aussage bei der Budgetdebatte überrascht.“ Mehr hatte ihn schon irritiert, dass die SPÖ im letzten Moment noch das Budget-Paket wieder aufschnüren wollte. Was dann nicht passierte. Die Attacken gegen ihn seitens der Opposition haben ihn nicht getroffen: „Sensibel darf man nicht sein. Und man muss unterscheiden, was ist im Umgang persönlich, und was ist politisch.“

Und wie beurteilt er als Neuer die finanzielle Lage des Landes angesichts der Tatsache, dass NÖ bei den Schulden in der Tabelle der Statistik Austria weit hinten rangiert. Schleritzko: „Niederösterreich steht gut da.“ Es wäre nachhaltig investiert worden, man habe den Generationenfonds – die Veranlagungen – als Sicherheitspolster. Die Rankings würden ihn derzeit wenig interessieren. „Abgerechnet wird am Ende des Tages“, so der Landesrat. Dann, wenn die neue Voranschlagsverordnung (VRV) in Kraft trete, die die Budgets der Bundesländer vergleichbar machen soll. Schleritzko: „Das ist dann der entscheidende Test im Vergleich mit den anderen Bundesländern.“

Abseits der Budgetdebatte hat Schleritzko mit einer Ansage für Debatten gesorgt. Entgegen der bisherigen VP-Linie will er die Sinnhaftigkeit einer Waldviertel-Autobahn diskutieren: „Ich kann mich als Waldviertler und als Straßenbaureferent der Debatte nicht entziehen.“ Wobei für ihn erst einmal geklärt werden müsse, ob das Waldviertel eine Autobahn überhaupt will. Dies soll in Zusammenarbeit mit dem Regionalverband erarbeitet werden.