Schleritzko verbucht Beschluss als Teilerfolg. 2021 kommt die Österreich-Version des Öffi-Tickets. Die Karten für ein oder zwei Bundesländer sollen spätestens bis zum Ende der Legislaturperiode folgen. Für den Verkehrslandesrat zeigt das, dass die Überzeugungsarbeit Wirkung zeigt. Niederösterreich will sich aber weiterhin für gleichzeitige Einführung in allen drei Stufen stark machen.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 29. Juli 2020 (16:43)
Ludwig Schleritzko
Marschik

Das grüne Prestige-Projekt, das 1-2-3-Ticket, stand heute auf der Tagesordnung des Sommer-Ministerrats. Wie von Verkehrs-Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) bereits vor einigen Wochen angekündigt, wurde dort die Einführung des 3er-Tickets, also der bundesweiten Version des Öffi-Tickets beschlossen. Kommen soll das noch im ersten Halbjahr 2021. Um 1.095 Euro (bei Vollpreis) soll man dann das ganze Jahr über alle öffentlichen Verkehrsmittel in Österreich nutzen können.

Thema war bei der Sitzung auch die Einführung der Stufen 1 und 2 des Tickets, also jener Karten, mit denen man durch ein oder zwei Bundesländer fahren kann. Dass die regionalen Versionen folgen ist nun fix. Der Zeithorizont ist allerdings noch groß: Geben soll es die Tickets spätestens zum Ende der Legislaturperiode, also 2025. Dabei sei auf die Fairness zwischen Bundesländern, also unterschiedliche Finanzierungsniveaus, und zwischen Kundengruppen, also unterschiedliche Preise durch Bundesländergrenzen zu achten, hielt Gewessler fest. 

NÖ pocht auf gleichzeitige Einführung aller drei Stufen

In Niederösterreich verbucht man den Beschluss als Teilerfolg. Niederösterreich pocht aber weiter auf die gleichzeitige Einführung aller drei Stufen - also des Tickets für ganz Österreich, ein oder zwei Bundesländer. Das machten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko (beide ÖVP) zuletzt am Montag beim Arbeitsgespräch mit Gewessler deutlich. Gleichzeitig forderten sie dabei den Ausbau der Bahn-Infrastruktur. Der sei notwendig, damit mehr Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen können. 

„Unsere Überzeugungsarbeit hat hier erste Wirkung gezeigt“, reagiert Schleritzko auf den Beschluss. Ein günstiges Öffi-Ticket auch für ein oder zwei Bundesländer bis zum Ende der Legislaturperiode reicht dem Landesrat aber nicht. Er pocht aber weiterhin auf die gleichzeitige Einführung in allen Stufen. Damit das gelingt, sollen nun rasch Gespräche zwischen Bund, Ländern und Verkehrsverbünden aufgenommen werden, fordert Schleritzko.