Schnabl fordert Verlängerung der Kreditstundungen. In einer Pressekonferenz mit Manfred Neubauer vom Verein "ProKonsument" fordert SPÖ-NÖ-Chef Schnabl eine Verlängerung der Kreditstundungen für Verbraucher und Kleinstuntenehmer.

Von Michael Chudik. Erstellt am 27. Januar 2021 (12:52)
LH Stv. Franz Schnabl und Manfred Neubauer vom Verein ProKonsument fordern eine Verlängerung der Kreditstundungen.
SPÖ NÖ

Die Diskussion um Kreditstundungen geht in die nächste Runde. Mitte September wurde eine Verlängerung der Stundungen bis 31. Jänner 2021 beschlossen. Diese Regelung läuft mit Sonntag aus. "Mit Stand gestern (Anm.: 26. Jänner) werden sie nicht verlängert", weiß Manfred Neubauer vom Verein ProKonsument. Aus diesem Grund fordert er gemeinsam mit Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl eine weitere Verlängerung. "Das Land NÖ geht mit gutem Beispiel voran, denn die Wohnbaudarlehens-Stundungen wurden bis 31. Dezember 2021 gewährt. Das halte ich auch für zielführend und notwendig, wenn es um Kreditstundungen und die Verlängerung des Gesetzes geht. Leider wurde ein Initiativantrag (Anm.: im Nationalrat) abgelehnt", erklärt Schnabl.

Neubauer rät: "Wenn sie verlängert werden sollten, dann muss man sie ordentlich und richtig verlängern". Eine Stundung alleine sei zu wenig, da im Hintergrund die Zinsen weiterlaufen. Dazu komme natürlich auch noch der Zinseszinseffekt. Aus diesem Grund fordert Neubauer eine Zinseinfrierung. "Das würde den Menschen tatsächlich noch mehr helfen, als die einfachen Stundungen".

Überziehungsraten deutlich zu hoch

Problematisch sieht Schnabl zudem die Überziehungsraten im Land. Durch die Krise komme es durch Einnahmenausfällen vermehrt zu Überziehungen. "Die Überziehungsraten sind deutlich zu hoch". Aus verlässlichen Quellen sei ihm mitgeteilt worden, dass diese bei ca. neun Prozent liegen. Bei einem europäischen Leitzins von minus 0,4 Prozent sollten deshalb die Überziehungszinsen auf maximal fünf Prozent reduziert werden. "Wenn die Banken nicht selbst diesen Schritt setzen, dann sollte das gesetzlich erfolgen".

Lob findet Schnabl hingegen für den Heizkostenzuschuss in der Höhe von 140 Euro pro Haushalt. Dieser könne noch bis zum 30. März 2021 beantragt werden. "Das ist eine gute Möglichkeit, die Menschen zu unterstützen".