Schnabl: "Impfstoff wäre sonst verschwendet worden" . Wie er zur Impfung kam, und dass er sich "auch heute wieder impfen lassen würde, wenn Impfstoff übrig ist", erklärt Landes-Vize Franz Schnabl nach dem Wirbel um seine Covid-Impfung der NÖN.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 11. Februar 2021 (17:11)
SPNÖ-Chef Franz Schnabl
Herbert Käfer

Erneut entfacht ist die Diskussion über vorgezogene Impfungen für Politikerinnen und Politiker, als heute in einem "Krone-Bericht" bekannt wurde, dass Landes-Vize Franz Schnabl (SPÖ) bereits seit einem knappen Monat geimpft ist. Dem gegenüber stehen zehntausende über-80-Jährige, die gestern in einem regelrechten Wettkampf versuchten, einen der wenigen Termine für die Covid-Impfung zu ergattern. Wieso er die Spritze in dieser Mangelphase schon bekommen hat, und wann er sich heute wieder impfen lassen würde, erklärt der SPÖ-NÖ-Chef nun der NÖN: 

NÖN: Heute wurde bekannt, dass Sie bereits geimpft sind. Wie sind Sie zur Impfung gekommen?

Franz Schnabl: Ich wurde am 14. Jänner verständigt, dass noch Impfstoff übrig ist, der sonst verfallen würde und wurde beim Samariterbund geimpft.

NÖN: Viele Menschen sind momentan verärgert, dass Über-80-Jährige keinen Impfstoff bekommen haben. In der gestrigen ersten Anmeldephase standen 10.000 Termine über 60.000 Vorregistrierten gegenüber. Wie erklären Sie denen, die noch auf ihren Termin warten müssen, dass sie mit 62 Jahren schon geimpft sind?

Schnabl: Ich verstehe die Verärgerung, dass derzeit zu wenig Impfstoff vorhanden ist. Natürlich haben ältere Menschen absoluten Vorrang. Der Impfstoff wäre allerdings sonst verschwendet worden.

Würden Sie sich rückblickend wieder impfen lassen?

Schnabl: Damals war ein Mangel an Impfstoff noch kein Thema, sondern im Gegenteil, die Impfskepsis großes Thema. Aber ich würde mich auch heute nur dann wieder impfen lassen, wenn Impfstoff übrig ist, der sonst verfallen würde.

Was sagen Sie zur Diskussion über Politikerinnen und Politiker, die sich bereits impfen ließen?

Schnabl: Ich bin ganz grundsätzlich dagegen, Berufsgruppen, Personen und sonstige Einrichtungen pauschal zu verdächtigen oder vorzuverurteilen. Man muss jeden Einzelfall prüfen und kann danach erst persönlich werten.