Schulen gehen wieder in Vollbetrieb. Ab 17. Mai lernen alle Schüler wieder in Klassen. Tests sollen das ermöglichen. Eingeführt werden die in Form von „Lollis“ auch in Kindergärten.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 12. Mai 2021 (05:19)
Neuer Schulstart vor dem Sommer: Am 17. Mai kehren alle Schüler gemeinsam in die Klassen zurück.
APA

Alle 196.000 Schüler Niederösterreichs sollen ab kommendem Montag wieder in die Klassen zurückkehren. Mit dem Ende des Distance Learning und Schichtbetriebs erfolgt dort der erste Schritt der Rückkehr zur Normalität. Auch in den Kindergärten geht man davon aus, dass ab diesem Zeitpunkt wieder viele bis alle Kinder betreut werden.

In den Schulen sollen drei Corona-Tests pro Woche, Maskenpflicht sowie Sport und Singen nur im Freien dafür sorgen, dass die Corona-Gefahr gering gehalten wird. „Die Hygienemaßnahmen werden sehr genau eingehalten“, betont Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. Während sich viele freuen, dass die Mehrfachbelastung durch das Lernen zuhause ein Ende hat, fürchten andere, dass sich das Virus dadurch wieder ausbreiten wird.

So auch der Bildungswissenschaftler Stefan Hopmann. „Es gibt für Schulen bis heute keine Sicherheit“, sagt er und betont, wie wütend ihn das mache. Schon im vergangenen Sommer hätte man einen klaren Rahmen schaffen müssen, in dem Präsenzunterricht möglich ist. Passiert sei das bis heute nicht, meint der Wissenschaftler und malt eine vierte Welle an die Wand.

Virologe hält Öffnungen für vertretbar

Weniger besorgt ist NÖ-Virologe Norbert Nowotny. Aus seiner Sicht sei das Öffnen der Schulen nicht nur aus sozialen Gründen notwendig, sondern auch virologisch möglich. Das argumentiert er mit der bereits hohen Zahl an geimpften Pädagogen und dem regelmäßigen Testen. Dadurch könne man rechtzeitig erkennen, wenn Viren in die Klassenzimmer getragen werden und sich die Infektion dort auszubreiten beginnt. „Das wird man streng beobachten und dann politisch rasch reagieren müssen.“ Die Rückkehr vom Präsenzunterricht zum Homeschooling sollte aus seiner Sicht erfolgen, sobald die 7-Tage-Inzidenz in einem Bezirk die 300er-Marke erreicht.

Konkret haben, laut Notruf NÖ, von 35.000 NÖ-Pädagoginnen 26.500 einen Termin für die Impfung. Zwei Drittel haben ihre Dosis schon erhalten. Was das Testen betrifft, kommt immer öfter der Ruf nach PCR-Tests an Schulen. Zuletzt etwa von den Grünen NÖ. Einmalig und auf freiwilliger Basis werden diese gerade überall durchgeführt.

Wiederkehrend und flächendeckend hält Teschl-Hofmeister sie aber für logistisch nicht machbar. „Die zuverlässigeren Antigentests werden reichen, vor allem, weil sie drei Mal pro Woche verwendet werden“, sagt Nowotny. Die Zahl der Schüler, die nicht getestet werden, ist gering: Sie liegt bei einem Prozent. Die Kinder dürfen nicht am Unterricht teilnehmen.

In Kindergärten sind Tests freiwillig

In den Kindergärten werden schon vor der Schul-Öffnung wieder 80 Prozent aller Eingetragenen betreut. „Die Kindergärten waren immer da“, betont der Obmann der Landespersonalvertretung, Johann Zöhling. Das Infektionsgeschehen im Überblick zu behalten, war bei den Jüngsten bisher aber kaum möglich. Helfen sollen dabei jetzt sogenannte „Lollitests“. Durch Lutschen an den(Test-)Stäbchen wird überprüft, ob ein Kind mit dem Virus infiziert ist. Erprobt wurde das in den vergangenen Wochen bereits an fünf Pilot-Kindergärten in Niederösterreich. Nun werden die Lollitests niederösterreichweit ausgerollt.

Im Gegensatz zur Schule ist die Teilnahme an den Tests im Kindergärten aber freiwillig. Zöhling wünscht sich hier strengere Vorgaben: „Ich bin auch dafür, dass unkooperative Eltern in die Pflicht genommen werden. Wie kommen unsere Kolleginnen und Kollegen, andere Eltern und Kinder dazu, dass sie potenziell durch ‚Corona-Skeptiker-Eltern‘ einer Gefahr ausgesetzt werden.“