Schulen: Masken und Tests bleiben

Wegen des „mittleren“ Corona-Risikos werden Maßnahmen auch an heimischen Bildungseinrichtungen weitergeführt. Acht Lehrer wurden entlassen, weil sie Covid-Regeln nicht einhalten wollten.

Lisa Röhrer
Lisa Röhrer Erstellt am 28. September 2021 | 08:42
Corona Schule Symbolbild
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Foto: Halfpoint, Shutterstock.com

Am Freitag endete die Sicherheitsphase in den Schulen im Osten Österreichs. Ganz normal läuft der Schulbetrieb aufgrund der hohen Infektionszahlen jedoch weiterhin nicht. Seit Montag gelten für die knapp 200.000 Schülerinnen und Schüler Niederösterreichs die Corona-Maßnahmen der Sicherheitsstufe 2, die für mittleres Risiko steht.

Während in den vergangenen Wochen alle Schüler drei Mal pro Woche getestet wurden, sind Tests nun nur noch für Ungeimpfte verpflichtend. Außerdem gilt Mund/Nasen-Schutz-Pflicht außerhalb des Klassenzimmers für alle Schüler sowie das Lehr- und Verwaltungspersonal. Schulveranstaltungen wie Wandertage und auch Elternabende dürfen stattfinden.

Mehr als 300 Tests waren positiv

Das Resümee der Landespolitik und Bildungsdirektion nach der Sicherheitsphase fällt positiv aus, obwohl das Testen zu Schulstart für jede Menge Chaos sorgte. Insgesamt konnten mit den PCR-Testungen in den ersten drei Wochen 314 positive Schülerinnen und Schüler ausgemacht werden. Bei den Antigentestungen wurden 370 Schülerinnen und Schüler positiv getestet.

„Die nunmehr beendete Sicherheitsphase ist in Niederösterreich – nach anfänglichen logistischen Problemen bei der zuständigen Firma – sehr gut gelaufen“, meint Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP). Kleinere Probleme treten in Einzelfällen weiterhin auf.

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Christiane Teschl-Hofmeister (im Bild mit Bildungsdirektor Johann Heuras):„Sicherheitsphase ist nach Problem gut gelaufen.“
NLK

Die NEOS NÖ kritisieren, dass dafür keine Lösungen gesucht werden. Sie nennen das Beispiel einer Mutter eines sechsjährigen Buben, der zwar unbedingt getestet werden soll, über die Nase ärztlich bestätigt aber nicht getestet werden darf. „Ich habe drei Wochen gebraucht, um eine Lösung zu finden, wie mein Kind trotzdem getestet werden kann und damit die Schule besuchen darf“, erzählt die Niederösterreicherin.

NEOS-Landessprecherin Indra Collini meint: „Es wäre die Aufgabe der Landesregierung gewesen, sich frühzeitig um Alternativen zum Nasenbohrtest zu bemühen und mit Antikörpertests den Druck von Kindern und Eltern zu nehmen.“

Bis zu 100 Klassen waren in Qurantäne

Das Vorgehen, wenn Kinder nicht getestet sind oder getestet werden dürfen, ist klar festgelegt: „Sie können nicht am Unterricht teilnehmen“, heißt es aus dem Büro von Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP).

Auch bei Lehrern, die sich weigerten, Corona-Maßnahmen einzuhalten, wurden nun die Konsequenzen gezogen. 25 Lehrkräfte wurden österreichweit seit Schulschluss entlassen. In Niederösterreich sind es laut eines APA-Berichts acht Pädagogen – alle aus dem Pflichtschulbereich. Sie wollten etwa keine Masken in der Schule tragen oder haben sich geweigert, Kinder beim „Nasenbohrertest“ zu beaufsichtigen.

Für Verunsicherung und Verärgerung bei Eltern sorgte auch die Quarantäne, die nötig ist, wenn in einer Klasse ein Covid-Fall auftritt. Zurzeit befinden sich 24 Klassen niederösterreichweit in Quarantäne. Der Höchststand waren in der Vorwoche 100 Klassen, die gleichzeitig aufgrund von Corona-(Verdachts)Fällen abgesondert werden mussten. Mit neuen Quarantäne-Regeln kündigte der Bund an, Erleichterung zu schaffen: Die Anordnung der Quarantäne gilt dann nur noch für Sitznachbarn und enge Kontaktpersonen. „PCR-Freitesten“ sei nach fünf Tagen möglich.

50 NÖ-Schulen testen fix bis zu Sommerferien

Begonnen hat nun auch die Studie des Bildungsministeriums und der AGES, mit der das Infektionsgeschehen überwacht wird. In NÖ nehmen 50 Schulen teil. Dort wird bis zum Ende des Schuljahres unabhängig von der Risikostufe einmal pro Woche ein PCR-Test durchgeführt.