Familien bekommen für jedes Kind 100-Euro-Bonus für Schulsachen-Kauf

Aktualisiert am 27. Juni 2022 | 14:21
Lesezeit: 3 Min
Blau-Gelbe Schulstartgeld.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Irene Bamberger vom Familienbund NÖ mit Schülerinnen und Schülern, die im September vom blau-gelben Schulstartgeld
Foto: Gerhard Pfeffer
Ab August sollen Eltern die Einmalzahlung für jedes Kind beantragen können, das zur Schule geht oder eine Lehre macht. Abhängig vom Einkommen ist diese nicht. Voraussetzung ist nur, dass das Kind einen Wohnsitz in Niederösterreich hat und ein Familienbeihilfe-Bezieher hier hauptgemeldet ist.
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Schon kurz vor Ferienstart zerbrechen sich viele Eltern den Kopf darüber, wie sie die Schulmaterialien im Herbst bezahlen sollen. Die Teuerung macht den ohnehin schon kostspieligen Schulbeginn für viele noch einmal schwieriger.

Die Politik will den Familien unter die Arme greifen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (beide ÖVP) präsentierten heute das "blau-gelbe Schulstartgeld". Gemeint ist damit ein 100-Euro-Bonus, den Familien für jedes Kind, das zur Schule geht oder eine Lehre macht, beantragen können. Genutzt werden soll der explizit, um im Herbst die Schulsachen zu finanzieren. „Wir alle spüren die Teuerung beim Einkauf, bei Gas- und Stromrechnungen oder beim Tanken. Deshalb ist es wichtig und notwendig, die Familien zu entlasten und zu schauen, dass sie sich auch weiterhin ihr Leben leisten können“, meinte die Landeshauptfrau.

Formular zur Beantragung soll ab Mitte August abrufbar sein

An den Details zur Umsetzung wird zurzeit noch gearbeitet. Klar ist aber bereits, dass man den Bonus proaktiv beantragen muss. Möglich sein soll das voraussichtlich ab Mitte August per Online-Formular. Bekommen können die Einmalzahlung alle Familien - unabhängig vom Einkommen. Die Voraussetzungen dafür sind nur, dass das Kind einen ordentlichen Wohnsitz in Niederösterreich hat und mindestens ein Familienbeihilfe-Bezieher in Niederösterreich hauptgemeldet ist. 

Blau-Gelbe Schulstartgeld.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner präsentiert gemeinsam mit Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Irene Bamberger vom Familienbund NÖ das blau-gelbe Schulstartgeld.  
Foto: Gerhard Pfeffer

Zwischen Familien mit niedrigem und hohem Einkommen wird nicht unterschieden, um die Umsetzung so unbürokratisch und einfach wie möglich zu halten, meinte Teschl-Hofmeister auf Nachfrage. Außerdem sei jedes Kind gleich viel Wert, betonte sie. Die Politikerin vertraue aber auf die „Eigenverantwortung“ der Menschen und geht davon aus, dass sich das Geld nur jene holen, die es für den Kauf von Schulsachen wirklich benötigen. 

Weitere Anti-Teuerungsmaßnahmen sollen im Herbst folgen

Das "Schulstartgeld" ist der erste Schritt des niederösterreichischen Anti-Teuerungspaket, das Mikl-Leitner zusätzlich zu den Maßnahmen des Bundes für September angekündigt hat. Mikl-Leitner und Teschl-Hofmeister rechnen damit, dass ewa 200.000 Mädchen und Buben von der Einmalzahlung profitieren werden. Für das Land bedeute das Ausgaben von 20 Millionen Euro.

Kritik von FPÖ und SPÖ: "Tropfen auf den heißen Stein"

Kritik kam am Montag von Niederösterreichs FPÖ. Die Freiheitlichen warfen der Landes-ÖVP im Kampf gegen die Teuerung Planlosigkeit vor, die nun angekündigte "Einzelmaßnahme" sei "viel zu wenig". Das Schulstartgeld sei "vor Jahren noch im Land abgeschafft" worden und werde bereits längere Zeit von der FPÖ eingefordert, hielt Landespartei- und Klubobmann Udo Landbauer in einer Aussendung fest.

Ein Schulstartgeld von 100 Euro sei nicht einmal ein "Tropfen auf den heißen Stein" angesichts der massiven Teuerungswelle, die das Land erfasst habe, konstatierte Wolfgang Kocevar, Landesgeschäftsführer der SPÖ Niederösterreich. Die ÖVP müsse sich "endlich einen Ruck geben und den bereits eingebrachten Anträgen von SPÖ, FPÖ und NEOS die Zustimmung geben", hieß es per Aussendung.