Schutzmaßnahmen für Flüsse und Wassertiere. Hohe Temperaturen und lange Trockenphasen können eine Belastung für Gewässer und Wasserorganismen sein. Ein Alarmsystem für heimische Flüsse soll nun helfen.

Von Linda Goldsteiner. Erstellt am 25. Juli 2019 (16:40)
Büro LH-Stv. Pernkopf
Landesfischermeister Karl Gravogl und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf

Das Land Niederösterreich und der NÖ Landesfischereiverband haben gemeinsam ein Alarmsystem aufgebaut, um kritische Gewässerabschnitte rechtzeitig erkennen zu können. 

An 55 Messstellen wird laufend die Wassertemperatur gemessen. Wenn über einen Zeitraum von 36 Stunden kritische Temperaturwerte überschritten werden, erhält der Landesfischereiverband eine Warnung. So können gemeinsam mit den örtlichen Fischereiberechtigten Schutzmaßnahmen getroffen werden, wie etwa vorübergehend mehr Wasser abzulassen. In besonders kritischen Bereichen kann es dann auch zu Notabfischungen kommen. 

„Niederösterreichs Gewässer sind einzigartige Lebensräume für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Zunehmende Hitze bedeutet Stress für die Wasserlebewesen", so Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Landesfischermeister Karl Gravogl.  Mit dem gemeinsamen Alarmplan wolle man die Fischwelt schützen.

Laufend Projekte für den Erhalt von Flüssen und Tieren

In Niederösterreich wurden in den letzten zehn Jahren fast 200 Maßnahmen zur Renaturierung von Gewässern mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro umgesetzt. 

Ein Beispiel ist die Renaturierung der Traisen im Bereich von Pottenbrunn. Auf einer Länge von rund 3,7 Kilometern wurden sieben bestehende Sohlschwellen so umgebaut, dass sie für Fische wieder passierbar sind. Das Wasser in der überbreiten Traisengerinne wird bei geringem Durchfluss in einer Niederwasserrinne konzentriert. Dadurch bleibt der Charakter eines Fließgewässers erhalten.