Sepp Leitner als SPÖ-NÖ-Chef zurückgetreten. Die NÖ-Wahl vom Sonntag hat erste personelle Konsequenzen nach sich gezogen: Sepp Leitner, seit 2008 Landesvorsitzender der SPÖ, trat noch am Abend in einer Sitzung des erweiterten Landespräsidiums zurück. Nachfolger ist der St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler, der von einem "Neustart" sprach. Bis zu seiner offiziellen Wahl ist er geschäftsführender Landesvorsitzender.

Erstellt am 04. März 2013 (17:26)

Die SPÖ Niederösterreich hatte nach ihrer neuerlichen Wahlschlappe - minus 3,9 Prozentpunkte am Sonntag nach bereits minus acht vor fünf Jahren - die Präsidiumssitzung auf Sonntagabend vorgezogen. Leitner übernahm die Verantwortung für die Niederlage und zog die Konsequenzen. Er hatte auf einen kantigen Kurs gesetzt, der ihm im Land aber letztlich keinen Erfolg brachte.

Auf Nachfrage hielt Stadler fest, dass er eine "gute Gesprächsbasis" mit Landeshauptmann Pröll (ÖVP) habe. Diese aufzukündigen, sehe er keinen Grund. Wie man kooperieren könne, werde die Zukunft weisen.

Bleibt er Bürgermeister der Landeshauptstadt, was zu erwarten ist, wird bzw. darf er gar nicht in die Landesregierung einziehen. In Niederösterreich ist nach der Landtagswahl 2003 eine Unvereinbarkeitsregelung in Kraft getreten. Ein Mitglied der Landesregierung darf demnach nicht auch Bürgermeister sein. Diese Bestimmung trifft auf den 47-Jährigen zu.

Stadler ist seit 9. Juli 2004 Bürgermeister und auch Vorsitzender der SPÖ St. Pölten-Stadt. Er schlug bisher zwei Gemeinderatswahlen, bei denen die Sozialdemokraten 59,6 (2006) bzw. 56,8 Prozent (2011) und somit jeweils die absolute Mehrheit erreichten. Bei seinem ersten Antreten hatte Stadler gut drei Prozentpunkte zugelegt. Sein Verhältnis zu Landeshauptmann Pröll darf als durchaus gut bezeichnet werden.