So soll das neue Schuljahr verlaufen. "Flächige Schulschließungen" sind für Bildungsminister keine Option mehr. Gelingen soll der Präsenzbetrieb ab September durch Abwasserkontrollen, Tests und mit Luftfiltergeräten. Die detaillierten Rahmenbedingungen werden in den nächsten Wochen erarbeitet, heißt es aus Niederösterreich.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. August 2021 (14:04)
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So normal wie möglich soll, laut Bildungsminister Heinz Faßmann, das kommende Schuljahr verlaufen. Der Unterschied zu 2020 sei, dass es heuer das erklärte politische Ziel ist, kontinuierliche im Präsenzunterricht ohne Schichtbetrieb zu lernen. „Flächige Schulschließungen oder Schichtbetrieb sind keine politische Option mehr“, sagte er. Gelingen soll der flächendeckende Präsenzunterricht mit einem 4-Punkte-Plan. 

Starten wird das Schuljahr, wie bereits vor den Ferien angekündigt, mit einer Sicherheitsphase. Wie lange die dauern wird, sei von der Infektionslage abhängig. Momentan sind zwei Wochen geplant. In dieser Zeit wird verstärkt getestet und - außerhalb des Platzes - auch Maskenpflicht herrschen. 

Abwasser soll Aufschluss über Infektionslage geben

Nach dieser Sicherheitsphase setzt der Bildungsminister auf vier Sicherheitsmaßnahmen. Erstes zentrales Element dieser Strategie ist ein „Frühwarnsystem“. Durch eine Abwasseranalyse in Kläranlagen soll die Verbreitung des Coronavirus regional überwacht und frühzeitig erkannt werden. Sollte die Proben auf gehäufte Infektionen in einer Region hindeuten, werde verstärkt getestet. Gleichzeitig soll an ausgewählten Schulen regelmäßig PCR-Tests durchgeführt werden. Das kommt einer Neuauflage der Wiener Gurgelstudie gleich. 

Regelmäßige Tests für Nicht-Geimpfte

Aber auch im Schulalltag werden PCR-Tests eine wesentliche Rolle spielen. "Alles spült" lautet heuer das Motto. Mindestens einmal pro Woche soll ein PCR-Test gemacht werden, ein Antigentest zwei Mal pro Woche. Eine Ausnahme gibt es für Kinder und Jugendliche, die bereits geimpft sind. Hierzulande sind das aktuell rund 28 Prozent der 12- bis 19-Jährigen. Für die Unter-12-Jährigen gibt es noch kein Impfangebot.  "In Niederösterreich wird es darüber hinaus auch weiterhin die Möglichkeit geben, dass bei Verdachtsfällen ein zusätzliches Screening durch mobile Testteams an den Schulstandorten stattfinden kann", kündigen Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) und Bildungsdirektor Johann Heuras an. 

Als vierten Teil des Plans nannte der Bildungsminister die Anschaffung und Installation von Luftfiltergeräten. Geben soll es die überall, wo das Lüften schwer möglich ist oder es zu vermehrter Aerosolbildung kommt, wie etwa im Musikzimmer. Niederösterreich habe die Anschaffung bereits bisher finanziell unterstützt und auch die Bildungsregionen mit Kontingenten an Luftreinigungsgeräten für den Bedarfsfall ausgestattet, heißt es aus dem Land.

Appell zur Impfung

Sowohl Faßmann als auch Teschl-Hofmeister und Heuras appellieren, an Eltern, Kinder und Jugendliche, sich impfen zu lassen. Noch im August soll  es niederschwellige Impfangebote speziell für Jugendliche geben.

Bildungslandesrätin und Bildungsdirektor unterstützen die Pläne

Insgesamt gibt es aus Niederösterreich Unterstützung für Faßmanns Pläne. Die Vorbereitungen laufen auch hierzulande, wird betont. „Welche konkreten Maßnahmen noch gesetzt werden müssen, hängt von der Entwicklung der Infektionszahlen bis zum Herbst ab. Die detaillierten Rahmenbedingungen werden in den nächsten Wochen in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden erarbeitet. Wir werden alles daran setzen, dass das nächste Schuljahr trotz Corona ein Schuljahr im kontinuierlichen Präsenzbetrieb wird – ohne großflächige Schulschließungen und ohne Schichtbetrieb“, sagen Teschl-Hofmeister und Heuras.