Noch keine Streiks in NÖ wegen 35-Stunden-Woche. Pflege-Anbieter sind skeptisch über Gewerkschafts-Forderung. AK-Präsident sieht darin Lösung.

Von Anita Kiefer und Lisa Röhrer. Erstellt am 18. Februar 2020 (01:44)
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Die Beschäftigten der Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe wollen eine 35-Stunden-Woche. Diese Forderung brachten sie in die KV-Verhandlungen ein. Nachdem diese in der ersten Runde gescheitert waren, gab es Streiks in Österreich. An NÖ gingen die jedoch fast spurlos vorüber. Richtig gestreikt wurde laut den Pflege-Anbietern nirgends. Nur von einer Kundgebung vor einer Einrichtung in Krems berichtet ein Anbieter.

Während sich bei den Anbietern mobiler und stationärer Pflege über den Inhalt der Forderung die Geister scheiden, steht AK-Präsident Markus Wieser voll dahinter. Er bekräftigte auf NÖN-Nachfrage, dass die Angestellten „berechtigte Anliegen“ durchsetzen wollen. Aus seiner Sicht würde eine Stunden-Reduktion den Pflegekräftemangel lösen. Denn mit einer niedrigeren Arbeitszeit bei gleichem Lohn würde die Belastung genommen und so der Beruf attraktiver: „Das wäre eine Situation, in der beide gewinnen.“