SP-NÖ verteilte Vorschusslorbeeren an Stadler. Nach der Wahlschlappe vom Vortag in Niederösterreich ist die Landes-SPÖ am Montagnachmittag zu ihrer Vorstandssitzung zusammengetreten.

Erstellt am 04. März 2013 (15:14)
Matthias Stadler
NOEN, HELMUT FOHRINGER (APA)
In dem Gremium ging es insbesondere um die Nachfolge des noch Sonntagabend zurückgetretenen Parteichefs Sepp Leitner. Für den designierten Nachfolger, St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler, der "durch die Hintertür" und somit an den Medienvertretern vorbei zur Sitzung geleitet wurde, gab es Vorschusslorbeeren. Leitner wurde Respekt gezollt.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek zeigte sich "sehr unglücklich" über die eingefahrenen Stimmenverluste. Die sozialdemokratischen Themen seien gut und richtig gewesen, man sei aber "aufgerieben" worden, spielte sie auf die Konzentration auf das Wahlkampf-"Duell" zwischen Landeshauptmann Erwin Pröll (V) und Frank Stronach an.

Leitner habe einen guten Einsatz gezeigt, es habe aber "leider nicht gereicht". Dass er die Konsequenzen zog und in einer "sehr guten, sehr ernsten" Sitzung noch am Sonntagabend seinen Rücktritt erklärte, bewundere sie "menschlich", so Heinisch-Hosek. Sie würde "sehr" begrüßen, wenn Stadler nun "eindrucksvoll" als Nachfolger bestätigt werde. Auf die Frage, wie sich die Sozialdemokraten gegen Pröll behaupten könnten, meinte die Ministerin, es gehe nicht darum, gegen den Landeshauptmann erfolgreich zu sein, sondern sich mit den die Menschen bewegenden Themen zu positionieren.

Karin Scheele, bisher zweites Regierungsmitglied neben Leitner, verwies darauf, dass in der Sitzung über das künftige Team beraten werde. Auf die Frage nach ihrer weiteren Funktion, sagte sie: "Das weiß ich nicht."

Für den ehemaligen Staatssekretär Peter Wittmann ist Leitners Schritt "nachvollziehbar und konsequent". Stadler wäre "eine gute Lösung". Von einem "hochanständigen Schritt" des Parteichefs sprach Wiener Neustadts Bürgermeister Bernhard Müller. Leitner sei ein "Vorbild im Umgang mit einer Niederlage".

Für EU-Abg. Karin Kadenbach ist Stadler "sicher einer unserer besten Köpfe". Die Landes-SPÖ habe eine gute Personaldecke. LAbg. Heidemaria Onodi erinnerte sich an 2008, als sie vom Landesparteivorsitz zurückgetreten war. Sie habe diesen Schritt damals - nach dem Verlust von acht Prozentpunkten - "als logisch empfunden".

"In Ruhe beraten, ohne Zeitdruck", gab der Dritte Landtagspräsident Alfredo Rosenmaier vor der Sitzung als Devise aus. Am Sonntag hätten in Niederösterreich "der Einfluss der Macht und der Einfluss des Geldes" gewonnen. Er zolle Leitner Respekt, sagte GVV-Präsident Rupert Dworak. Der scheidende Landeschef der SPÖ sei freilich an der Wahlniederlage "nicht allein schuld". Die Partei sei, wie die FPÖ, "zwischen den Mühlsteinen Pröll und Stronach zerrieben" worden. Leitner habe "Verantwortung für die Niederlage übernommen", betonte LAbg. Karin Renner. Stadler sei "ein ausgezeichneter Mann".

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