Sparpaket: Mehrheit findet Maßnahmen laut Umfrage ungerecht. Das Sparpaket der Bundesregierung wird laut einer am Mittwoch in Wien von der niederösterreichischen SPÖ präsentierten Umfrage von der Mehrheit der Bevölkerung als ungerecht empfunden.

Erstellt am 14. März 2012 (13:48)
Die Maßnahmen des Stabilitätspakets würden akzeptiert, es müssten jedoch grundlegende Strukturreformen folgen und Politik, Verwaltung sowie Vermögende in Zukunft noch mehr beitragen, kommentierten der niederösterreichische LHStv. Sepp Leitner (S) und Peter Zellmann vom Institut für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT) die Ergebnisse. 500 Österreicher waren befragt worden.
 
Die Sparmaßnahmen würden anteilsmäßig zur Hälfte von Arbeitern, Angestellten, Beamten, Bauern oder Pensionisten getragen. Nur ein Drittel des Sparpakets betreffe die öffentliche Hand, Vermögende und Reiche würden einen Anteil von lediglich 17 Prozent leisten, so Zellmann.
 
 55 Prozent der Befragten beurteilten das Ergebnis des Stabilitätspakets als falsch und ungerecht. In der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen sei die Ablehnung am größten. "Jene Menschen, die sich interessiert haben und das Ergebnis kritisieren, sind der Meinung, dass die Politik bei sich und der Verwaltung zu wenig spart. Mehr als ein Drittel ist wiederum der Ansicht, dass Vermögende zur Budgetkonsolidierung zu wenig beitragen", erläuterte Zellmann die Studienergebnisse.
 
Es sei Zeit für tiefgreifende Strukturreformen, um wieder das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik zurückzugewinnen, betonte Leitner. Eine Verwaltungsreform bezeichnete er dabei als Gebot der Stunde. Durch entsprechende Einsparungen würden Investitionen in den Bereichen Bildung, Pflege und Kinderbetreuung möglich. Einmal mehr sprach sich Leitner für Vermögenssubstanzsteuern aus.