Spindelegger gegen Gruppenbesteuerungs-Beseitigung. Den Vorschlag von Bundeskanzler Faymann, Vorteile bei der sogenannten Gruppenbesteuerung zu beseitigen, lehnt ÖVP-Vizekanzler Spindelegger rundweg ab. Er sei dagegen, jetzt wieder damit zu beginnen, den guten Standort Österreich durch neue Steuern zu gefährden, sagte Spindelegger am Donnerstag bei den Wirtschaftsgesprächen beim Forum Alpbach. Das sei ein Gefahrenpunkt.

Erstellt am 01. September 2011 (13:45)

Den Vorschlag von Bundeskanzler Faymann, Vorteile bei der sogenannten Gruppenbesteuerung zu beseitigen, lehnt ÖVP-Vizekanzler Spindelegger rundweg ab. Er sei dagegen, jetzt wieder damit zu beginnen, den guten Standort Österreich durch neue Steuern zu gefährden, sagte Spindelegger am Donnerstag bei den Wirtschaftsgesprächen beim Forum Alpbach. Das sei ein Gefahrenpunkt.

Österreich sei erst 2011 im internationalen Wettbewerbs-Ranking vom 14. auf den 18. Platz abgerutscht. "In dieser Situation jetzt neue Steuern zu verlangen, die Gruppenbesteuerung - eines der wenigen Assets die wir haben - infrage zu stellen, ist standortschädlich", so der ÖVP-Chef. Es seien 2.400 Unternehmen, die in Österreich von den Vorteilen der Gruppenbesteuerung profitierten, rechnete Spindelegger vor, "und nicht die drei Konzerne, die man immer wieder darstellt". In den 2.400 Unternehmen seien 1,13 Millionen und damit ein Drittel aller Arbeitnehmer in Österreich beschäftigt. Er, Spindelegger, wolle nicht, dass durch die angestoßene Diskussion nun Standortvorteile und Jobs verloren gehen.

Auch die Industriellenvereinigung (IV) wies Vorstöße zur Abschaffung der Gruppenbesteuerung zurück. Die von der SPÖ kritisierte Besteuerung für international tätige Konzerne sichere die Unternehmensstandorte in Österreich, argumentiert die Industrie. Mit der seit 2005 wirksamen Gruppenbesteuerung können Auslandsverluste (vorübergehend) steuermindernd abgesetzt werden. Die SPÖ hatte diese Regelung von Anfang an als Steuerprivileg zu Lasten des Budgets anderer Steuerzahler gegeißelt.