Erstellt am 18. Januar 2017, 07:00

von APA Red

Pröll-Nachfolge: Die Latte liegt hoch. Hoch liegt die Latte für den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP).

Erwin Pröll  |  NOEN, Marschik

Der scheidende NÖ Landeshauptmann hat es in der letzten Landtagswahl-Runde österreichweit als einziger geschafft, die Absolute zu erhalten. In Vorarlberg ging sie 2014 verloren, bei der ersten Wahl, die Markus Wallner als Nachfolger Herbert Sausgrubers zu schlagen hatte.

Verluste von Absoluten: Pröll-NÖ als Ausnahme

Die 50,79 Prozent, die die VP NÖ 2013 schaffte, sind das mit großem Abstand stärkste Landtagswahl-Ergebnis innerhalb der ÖVP - und auch im Vergleich mit der SPÖ. Nur in Vorarlberg hielt sich die Volkspartei (trotz einem Verlust von neun Prozentpunkten) noch über der 40er-Marke - in Wien schnitt sie 2015 erstmals nur mehr einstellig (9,24 Prozent) ab.

Das beste parteiinterne Ergebnis hatten die Niederösterreicher unter Pröll schon bei den Landeswahlen von 2008 bis 2010, damals lag allerdings Vorarlberg aber noch knapp über 50 Prozent. In der Wahlrunde 2003 bis 2005 hatte der Vorarlberger Sausgruber noch knapp die Nase vor Pröll.

In diesen Wahlen nach dem Ende der schwarz-blau-orangen Bundeskoalition gingen die Absoluten reihum wieder verloren - die roten in Wien und im Burgenland, die schwarzen in Tirol und Vorarlberg. Nur Pröll konnte sie 2013 überraschend halten.

Ab 2003 ging es dann ziemlich steil bergauf

Mittlerweile ist die ÖVP (wie auch die SPÖ) in fast allen Bundesländern auf das historisch schlechteste Ergebnis eingebrochen - nur in Kärnten und in Niederösterreich nicht. Pröll war dies gleich zu Beginn seiner Amtszeit widerfahren: Bei seiner ersten Wahl 1993 verlor die VP NÖ 3,37 Punkte und landete am Tiefststand von 44,23 Prozent. Auch 1998 - am Höhepunkt der FPÖ-Erfolge unter Jörg Haider - lief es mit 44,87 Prozent nicht viel besser.

Parteiintern waren die Niederösterreicher bei den ersten Pröll-Wahlen nur die Vierten, hinter Tirol und Vorarlberg sowie einmal der Steiermark und einmal Oberösterreich. Erst ab 2003 ging es bergauf - und zwar ziemlich steil über 53,29 auf 54,39 Prozent im Jahr 2008, fast der beste Wert der Zweiten Republik. So konnte Pröll 2013 trotz Verlust die Absolute halten.

Dass die VP NÖ es versteht, Wähler zu mobilisieren, zeigte sich auch bei Bundeswahlen: Bei den sechs Nationalratswahlen in Prölls Amtszeit schafften die Niederösterreicher dreimal Platz 1 - auch bei der letzten Wahl 2013 -, einmal Platz 2 und zweimal Platz 3 im ÖVP-internen Vergleich, sie lagen immer deutlich über dem Schnitt.

Und im ersten Wahlgang der Bundespräsidenten-Wahl bescherte Niederösterreich dem ÖVP-Kandidaten Andreas Khol noch das vergleichsweise beste Ergebnis (14,20 Prozent).