Elvira Schmidt: „Frauen sind für mich das System“. NÖ-Landesfrauenvorsitzende Elvira Schmidt will Bundesvorsitz der SPÖ-Frauen übernehmen. Sie hat zwei Gegenkandidatinnen.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 17. Juni 2021 (03:09)
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Elvira Schmidt will Bundesfrauenvorsitzende der SPÖ werden.
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Drei Kandidatinnen kämpfen nächste Woche um die Position, die jetzt die Ex-Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek aus Guntramsdorf (Bezirk Mödling) innehat: Am 25. Juni wird die Bundesfrauenvorsitzende der SPÖ gewählt.

Mit Eva Maria Holzleitner aus Oberösterreich und Mireille Ngosso aus Wien rittert die NÖ-Landesfrauenvorsitzende Elvira Schmidt um das Amt. Wie hoch sie ihre Chancen einschätzt und was ihre Themen sind, wollte die NÖN von der Mittelschul-Direktorin aus Pottendorf (Bezirk Baden) wissen.

NÖN: Warum wollen Sie den Vorsitz im Bund übernehmen?

Elvira Schmidt: Ich wurde von einigen Frauen und Ländern gefragt. Nachdem ich zuerst abwinkte, habe ich mich dann doch dazu entschlossen. Dann gab es einen Umlaufbeschluss – da habe ich großartige Unterstützung bekommen.

Für welche Themen wollen Sie sich als Bundesfrauenvorsitzende einsetzen?

Schmidt: Arbeit, Leben und Bildung. Im Moment ist es derart schlecht für Frauen. Sie verdienen ohnehin weniger, jetzt sind noch viele in Kurzarbeit oder haben ihren Job verloren. Hinzu kommt, dass Frauen zwei Drittel der unbezahlten Arbeit machen. Das muss man sich in Lebensgemeinschaften einerseits gut aufteilen. Andererseits setze ich mich dafür ein, dass wir eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich bekommen. Viele Frauen können es sich sonst nicht leisten, weniger zu arbeiten. Gleichzeitig hat man in der Krise die Bedeutung der Frauen gesehen. Für mich sind sie nicht nur systemrelevant, Frauen sind das System.

Wie hoch rechnen Sie sich Ihre Chancen aus?

Schmidt: Das kann ich noch nicht sagen. Die Kandidatur ist aber auf jeden Fall eine spannende Herausforderung.