SPÖ stärkte Brenner im Finanzskandal den Rücken. Die Salzburger SPÖ hat am Sonntag Finanzreferent David Brenner den Rücken gestärkt. Brenner, in dessen Ressort eine Referatsleiterin 340 Millionen Euro verspekuliert haben soll, erläuterte den Parteispitzen erneut, wie die von ihm angekündigte Aufräumarbeit des mutmaßlichen Kriminalfalles vor sich gehen soll. Das Parteipräsidium stellte sich hinter ihn, sein Rücktritt ist daher vorerst kein Thema.

Erstellt am 09. Dezember 2012 (21:22)

Landeshauptfrau Burgstaller erklärte nach Sitzungsende, es sei ein Gebot der Stunde, die Causa lückenlos aufzuklären. Es werde nichts vertuscht, betonte Burgstaller. Von Neuwahlen hält sie nichts. "Wer jetzt Neuwahlen will, will keinen Untersuchungsausschuss. Neuwahlen wären ein großer Schaden für Salzburg." Dann würde der U-Ausschuss weit hinter die nächsten Wahlen hinaus verschoben werden, und aufgrund des Wahlkampfes würde die notwendige Aufklärungsarbeit nicht geleistet werden können.

Das Parteipräsidium sprach sich für einen geordneten Rückzug aus allen spekulativen Geschäften aus. Brenner sagte, die Struktur zur Aufklärung der Causa unter Einbeziehung von Finanzexperten werde am Montag in der Landesregierungssitzung vorgestellt.

Brenner hatte bereits am Nachmittag vor der Sitzung gemeint: "Die Linie der SPÖ ist klar: Wir stehen zur Verantwortung, diesen mutmaßlichen Kriminalfall aufzuklären und alle erforderlichen Kontroll- und Sicherungssysteme zu verschärfen. Wenn die Aufklärungs- und Aufräumarbeit geleistet ist, werde ich mich natürlich auch der Frage der politischen Verantwortung stellen." Und Burgstaller erklärte, "es muss alles Menschenmögliche geleistet werden, um den vermuteten Kriminalfall lückenlos aufzuklären. Die zweite Aufgabe ist, dass ein Schaden für das Land Salzburg nach Möglichkeit begrenzt oder ganz ausgeschlossen wird. Dazu ist jetzt konzentrierte Arbeit unter Einbindung von externen Finanzexperten notwendig".

Das Doppelbudget für 2013/2014 wird am kommenden Mittwoch in der Plenarsitzung des Salzburger Landtages wohl nicht beschlossen werden. Denn sowohl der Koalitionspartner ÖVP als auch die Oppositionsparteien Grüne und FPÖ haben bereits bekundet, dem Budget aufgrund der ans Tageslicht getretenen Spekulationsverluste und mutmaßlichen Malversationen nicht zuzustimmen.

Der Landtag benötige einen umfassenden Bericht über das tatsächliche Ausmaß der Finanzspekulationen, sagte ÖVP-Klubobfrau Gerlinde Rogatsch. "Alles andere wäre unseriös, zumal uns der Finanzreferent bei den Budget-Ausschussberatungen am 28. November - zwei Tage nach dem Geständnis der Referatsleiterin - nicht über die nun bekannt gewordenen Vorfälle in der Finanzabteilung informiert hat." Nach weiteren Beratungen im Ausschuss könnte das Budget dann im Jänner bei einer Sondersitzung beschlossen werden, meinte Rogatsch.