SPÖ will Ganztagsschule bis zu den Sommerferien. Wenn die Schulen wieder öffnen, haben Kinder und Pädagogen viel aufzuholen, ist Landes-SPÖ-Chef Schnabl überzeugt. Das sei für ihn der ideale Anlass, einen Schulversuch für die verschränkte Ganztagsschule zu starten.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 08. April 2020 (18:05)
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Das Land befindet sich im Ausnahmezustand. Laut Landes-SPÖ-Vorsitzendem Franz Schnabl bringe die Corona-Krise vor allem kleinere Unternehmen, Ein-Personen-Unternehmen und Arbeitnehmer in Notlagen. Auf der anderen Seite gebe es tausende Menschen, die zuhause arbeiten, gleichzeitig Home Schooling mit ihren Kindern machen, Familienmitglieder, die Risikogruppen angehören, unterstützen und den Haushalt bewerkstelligen. „Mir ist es wichtig, den Menschen diese Unsicherheit soweit wie möglich zu nehmen und Perspektiven zu schaffen. Um die Zeit, die wir noch brauchen, so gut wie möglich überstehen zu können.“

Notwendig sei es dafür für Schnabl auch, dass die Kinderbetreuung sichergestellt ist, wenn die Rückkehr in den (beruflichen) Alltag eingeleitet wird. Wenn die Schulen wieder öffnen, braucht es auch Betreuungsmöglichkeiten am Nachmittag, ist Schnabl überzeugt. „Das ist der ideale Zeitpunkt, um einen flächendeckenden Schulversuch der ganztägig verschränkten Schulform bis zum Sommer zu starten", schlägt der SPÖ-NÖ-Chef vor. 

Kinder und Pädagogen hätten viel nachzuholen – und so könnte neben der Einarbeitung des Stoffes auch die Nachmittagsbetreuung sichergestellt werden. Ansonsten springen dafür oft die Großeltern ein. Genau die sind, weil sie meist in die Risikogruppe fallen, dafür momentan aber die Falschen. "Bisher hat die Regierung noch keine Anstalten gemacht, sich diesem Thema zu widmen. Daher ist leider wieder einmal zu erwarten, dass die Gemeinden alleine gelassen werden, wenn statt 20, 200 SchülerInnen in die Nachmittagsbetreuung drängen", kritisiert Schnabl. Für die meisten Arbeitnehmer sei es undenkbar, ihre Kinder bis zum Ende der Sommerferien am Nachmittag an ihren Arbeitsplatz mitzunehmen. Familien und Gemeinden wieder die volle Verantwortung aufzubürden, wird die Sozialdemokratie in keinem Fall zulassen", kündigt Schnabl an.

SPÖ fordert Prämie für Bedienstete in systemrelevanten Jobs

Maßnahmen, die die SPÖ NÖ bereits vor Wochen thematisiert habe, seien auch von der Regierung umgesetzt worden – wenn auch oft zu spät, meint Schnabl. Als Beispiele nennt er den Vorschlag, Arbeitnehmer in Kurzarbeit zu schicken, anstatt sie zu kündigen oder staatliche Unterstützung für Unternehmen. "Angepasst wurde schlussendlich auch, dass – wie auch im Epidemiegesetz vorgesehen gewesen wäre – im Krankheitsfall die Entgeltfortzahlungen für MitarbeiterInnen in Kurzarbeit über das Hilfspaket refundiert wird", sagt Schnabl. Wichtig für die SPÖ NÖ sei auch, dass große Konzerne, die Staatshilfen in Anspruch nehmen, keine Dividenden ausschütten dürfen. KTM habe eine solche Vorgehensweise etwa vorgehabt, aber auf Druck der Öffentlichkeit wieder zurückgezogen.  Er weist darauf hin, dass in der kommenden Landtagssitzung von der SPÖ auch eine Resolution eingebracht wird, damit alle Landesbediensteten in systemrelevanten Jobs diese Prämie in Form eines zusätzlichen Gehalts ausbezahlt bekämen. „Wir wollen im eigenen Wirkungskreis mit gutem Beispiel vorangehen, damit diese Regelung auch auf alle anderen – wie beispielsweise dem Handel – ausgeweitet wird. Frankreich hat hier bereits vorbildlich reagiert. Wir wollen, dass die außergewöhnliche Leistung der Systemerhalter auch honoriert wird“, meint der Sozialdemokrat.