SPÖ will Öffi-Ticket um 365 Euro. Man wolle die Bürgerbeteiligung forcieren, heißt es bei der SPÖ NÖ. Daher startet die Partei eine Petition für 365 €-Jahres-Ticket für öffentliche Verkehrsmittel.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 24. Juni 2019 (14:54)
Teresa Sturm
Franz Schnabl, Kerstin Suchan-Mayr und Wolfgang Kocevar zeigen sich vom Erfolg der neuen Petition überzeugt.

Mindestens 25.000 sollen es bis über den Sommer werden, sagt Franz Schnabl, Landesparteivorsitzender der SPÖ NÖ. Dabei spricht er von den Menschen, die die Petition "Ganz NÖ für einen Euro – JA zum 365 €-Jahres-Ticket für öffentliche Verkehrsmittel" in den nächsten Wochen und Monaten unterschreiben sollen. „Das 365 €-Jahres-Ticket ist eine reine Sache der Prioritätensetzung – das zeigen die Bundesländer Wien und Vorarlberg, in denen das Modell bereits ohne Probleme funktioniert. Das schafft ein massives Aufatmen der Umwelt, ebnet leistbarem Öffentlichen Verkehr den Weg und dämmt Individualverkehr ein“, so Schnabl.


35 Millionen mehr für Ticket

Vonseiten der SPÖ NÖ habe man einen notwendigen Mehrbetrag für Niederösterreich von etwa 35 Millionen Euro ausgerechnet. Für erhöhten Umweltschutz und den sicheren Transport sei das jedoch ein verhältnismäßig kleiner Betrag, heißt es bei der Pressekonferenz. Vor allem bei einem Budgetvolumen von etwa 9,5 Milliarden Euro, ergänzt Schnabl.

Die Petition solle aber auch eine Beteiligungsmöglichkeit, erklärt Wolfgang Kocevar, Landesgeschäftsführer der SPÖ NÖ. „Wir sind sicher, dass die Politik insgesamt wieder mehr an Bedeutung gewinnt, desto besser sie es schafft die Menschen einzubinden und für gewisse Projekte an Bord zu holen“, so Kocevar. Petitionen und Umfragen, die über die SPÖ NÖ-App funktionieren, sollen so verstärkt eingesetzt werden. Prioritätensetzungen der Mehrheitspartei sollen so langsam verschoben werden. Dort würde nämlich der Förderung des Individualverkehrs ein deutlich höherer Stellenwert eingeräumt werden als der Forcierung des öffentlichen Verkehrs.

"Trendwende im Umweltbereich"

„Wir sind sicher, gemeinsam mit den NiederösterreicherInnen auch die ÖVP von so manch guter Idee und ausgearbeitetem Konzept überzeugen zu können, damit auch in Niederösterreich die Trendwende im Umweltbereich geschafft werden kann", sagt Landtagsabgeordnete und Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr. Das Bewusstsein bezüglich des Klimawandels würde größer werden, heißt es. Die von St. Valentin initiierte „plastikfreie Gemeinde“ etwa würde österreichweit Schule machen, so Suchan-Mayr. „Wir arbeiten seit Jahren am ökologischen Fußabdruck unserer Gemeinde und konnten nicht zuletzt durch diese Initiative tatsächlich dazu beitragen hierfür enorm hohes Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen."