Stammwähler wird laut Umfrage zum Auslaufmodell. Der Stammwähler wird zunehmend zum Auslaufmodell. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen IMAS-Umfrage. Demnach machen nur 36 Prozent ihr Kreuz immer bei der selben Partei. Besonders ausgeprägt ist das Gefälle zwischen den Altersgruppen: 52 Prozent der Über-50-Jährigen sind treues Stimmvolk, bei den Unter-30-Jährigen beträgt dieser Anteil nur mehr 16 Prozent.

Erstellt am 19. Juli 2013 (11:59)

22 Prozent der Befragten haben grundsätzlich keine Bindung zu einer Partei und entscheiden jedes Mal neu, wem sie ihre Stimme geben. 19 Prozent stufen sich selbst als gelegentliche Wechsler ein. 23 Prozent machten zu ihrem Wahlverhalten keine Angaben. Der klassische Wechselwähler ist laut der Umfrage jung und urban, der Stammwähler ist älter und eher im ländlichen Raum zu Hause. Frauen sind etwas "treuer" als Männer. Die meisten Wechsler gibt es bei Bundes- (13 Prozent), die wenigsten bei Landeswahlen (sechs Prozent).

Von der seit 2007 möglichen Briefwahl haben erst 16 Prozent der Befragten Gebrauch gemacht, 84 Prozent noch nicht. Für 32 Prozent kommt diese Variante grundsätzlich nicht infrage, 13 Prozent haben Bedenken hinsichtlich der Wahrung ihrer Anonymität. Sechs Prozent erachten diese Möglichkeit als undemokratisch, weil man seine Meinung nicht kurzfristig am Wahltag noch einmal ändern kann. Der Nimbus eines feierlichen Aktes haftet dem Urnengang nur mehr für 15 Prozent der Bevölkerung an.

Die Meinungsforscher erwarten, dass das Briefwahlrecht das Verhalten langfristig prägen wird. Die Entscheidung werde dann an unterschiedlichen Orten, im Beisein und unter dem Einfluss von anderen Personen und deutlich vor dem eigentlichen Wahltag getroffen.

Für die aktuelle Umfrage wurden mit 1.000 repräsentativ für die Bevölkerung über 16 Jahre ausgewählten Personen persönliche Interviews geführt.