Bernhuber: „Sehr turbulente Tage“ im Europaparlament. NÖs jüngster EU-Abgeordneter Alexander Bernhuber über prominente Nachbarn, begehrte Ausschüsse und eine kurze Sommerpause.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 23. Juli 2019 (02:37)
EVP
„Er kommt immer mit seiner ganzen Medien-Entourage“: Alexander Bernhuber (27, rechts) sitzt im neuen EU-Parlament neben Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi (82).

Links sitzt ein Deutscher. Rechts ein Italiener. Und dazwischen: ein Kilber. „lch hab’ das ja gar nicht gewusst. Und dann war das das große Lachen!“ Erzählt Alexander Bernhuber. Und meint nicht Stefan Berger aus dem hessischen Schwalmtal (der sitzt links von Niederösterreichs jüngstem EU-Abgeordnetem). Sondern Silvio Berlusconi. „Er war die ersten Tage gar nicht da. Aber jetzt führt man halt ein bisschen Small Talk.“

Zum Plaudern kam der Kilber Landwirt, der Anfang Juli als einer von vier Niederösterreichern ins europäische Parlament eingezogen war, aber ohnehin nicht viel. „Es waren sehr turbulente Tage“, resümiert Bernhuber seinen Start. Strassburg, Brüssel, Strassburg – „Verlaufen“, lacht der 27-Jährige, der in der EVP-Fraktion der jüngste, im Parlament einer „der zehn jüngsten“ ist, sei „an der Tagesordnung!“ Erst die Konstitutierung, dann die Delegation („vor allem Othmar Karas hat mir sehr geholfen“), dann die Ausschüsse („da war der Andrang sehr groß, aber ich bin jetzt im Umweltausschuss“).

Bernhuber will auch Landwirt bleiben

Und dann noch vergangenen Dienstag die Abstimmung über Europas neue Parlamentspräsidentin. „Wir haben bis zum Schluss auf Manfred Weber gesetzt“, so Bernhuber. Mit Ursula von der Leyen, die mit 383 Stimmen designiert wurde, sei er aber auch einverstanden. Und denke, bevor dann im August Zeit für eine kurze „Sommerpause“ ist, schon an den nächsten Brüssel-Termin diese Woche, die erste Arbeitssitzung in „seinem“ Parlamentsausschuss (dem ENVI).

Wobei: Davor war er noch im Stall. Daheim, im Mostviertel, in seiner Landwirtschaft. „Landwirt will ich ja auch bleiben – und nicht erst ein halbes Jahr vor der nächsten Wahl wieder in Niederösterreich auftauchen!“