Stolperstein Facebook. FPÖ-Gemeinderat bezeichnete Flüchtlinge in Posting als "Menschenmaterial". Rücktritt aus Gemeinderat und der Partei.

Von Martin Gebhart und Christian Feigl. Erstellt am 18. Mai 2015 (08:36)
NOEN, Archiv
Gerald Hraball: Abschied von der FPÖ und Disziplinarverfahren an der Militärakademie.
Facebook hat bereits mehreren Freiheitlichen in NÖ ihrer FPÖ-Mitgliedschaft und ihre politische Funktion gekostet. In der Vorwoche erwischte es Gerald Hraball aus Gloggnitz, der in einem Posting zur EU-Politik gegenüber Flüchtlingen davon schrieb, dass „dieses Menschenmaterial für Europa komplett wertlos und problembehaftet sei“ (NÖN.at berichtete).

Er nahm später diese Formulierung zurück und bat um Verzeihung. Da war es aber bereits zu spät. Wegen des Postings ist er jetzt nicht mehr Gemeinderat und Mitglied der FPÖ. Und er hat an seinem Arbeitsplatz, der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt, ein Disziplinarverfahren am Hals. Dazu gibt es eine Anzeige der Grünen bei der Staatsanwaltschaft.

Mit der Welle der Empörung, die dieses Posting auslöst, dürfte er wohl nicht gerechnet haben. Anfangs wollte er – trotz der heftigen Kritik des Mauthausen-Komitees – gar nicht zurücktreten. Dann zog er aber nach einer Aussprache mit FPÖ-Landesparteiobmann Walter Rosenkranz diese Konsequenz. In der Partei und im Gemeinderat. Und er erklärte gegenüber der NÖN, dass er alle um Verzeihung bitte, die sich durch diese „krasse Formulierung“ vor den Kopf gestoßen fühlen.

Disziplinarverfahren, keine Suspendierung 

Beim Bundesheer, seinem Arbeitgeber, hat man kein Verständnis für die Äußerungen des Mannes, der an der Militärakademie in Wiener Neustadt im Institut für Offiziersausbildung tätig ist. Aus diesem Grund wurde ein Disziplinarverfahren eröffnet, hieß es im Verteidigungsministerium. Welche Konsequenzen ihm blühen könnten, wollte man in Hinblick auf das laufende Verfahren nicht sagen. Vom Dienst suspendiert ist Hraball vorläufig nicht, weil er nicht in der Ausbildung, sondern nur im administrativen Bereich der Milak tätig ist.

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