Streit um Arbeiter aus dem Ausland. Uneinigkeit zwischen Landwirtschafts- und Landarbeiterkammer über den Bedarf an Erntehelfern und der Aufstockung von Saisonarbeitskräften aus Nicht-EU-Staaten.

Von Carina Rambauske. Erstellt am 19. Juni 2018 (01:57)
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Symbolbild

Dunkle Wolken hingen vergangene Woche in zweifacher Sicht über der Landwirtschaft. Der Grund: die (fehlenden) Saisonarbeiter auf den Feldern.

Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ (LK), fordert die Aufstockung des Kontingents von Saisonarbeitskräften aus Nicht-EU-Staaten, da „Saisonarbeitsplätze mit Arbeitssuchenden in Österreich nicht abgedeckt werden können“. Für Andreas Freistetter, Präsident der NÖ Landarbeiterkammer (LAK), „der falsche Weg und absolut nicht nachvollziehbar“: „Die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU muss ausreichen, damit heimische Betriebe ihren Arbeitskräftebedarf abdecken können.“

Ausgangspunkt dieser Diskussion: Die gescheiterten Jobbörsen, die Ende Mai in Tullnerfeld, St. Pölten und Gänserndorf vom AMS NÖ und der LK ins Leben gerufen wurden, um Saisonarbeitskräfte für die Land- und Forstwirtschaft – bis zu 300 fehlen in NÖ – zu gewinnen. 30 Landwirte und 350 Arbeitssuchende nahmen teil, jedoch ist daraus kein einziges Arbeitsverhältnis zustande gekommen.

Die LAK entgegnet diesem Misserfolg: Sie verzeichnen einen Anstieg der unselbstständigen Beschäftigten von 11,6 Prozent im Vergleich des Mai 2017. Hier werde zu wenig differenziert, kommt es daraufhin vonseiten der LK, da dieser Anstieg keine konkrete Auskunft über kurzfristige, saisonale Arbeitskräfte gebe. Es würden definitiv Erntehelfer fehlen. Viele von ihnen suchen lieber in Deutschland einen Job. „Was primär daran liegt, dass dort höhere Löhne gezahlt werden“, sagt Frei-stetter. Die LK entgegnet, dass die österreichischen Löhne im selben Bereich liegen wie die deutschen, „aber den Arbeitnehmern weniger netto von brutto bleibt, weil die Abgaben so hoch sind“, so Schultes.