In die Schule trotz Flucht und Armut. Care Österreich geht gegen Kinderarbeit von Flüchtlingen in Jordanien vor. Mitarbeiterin aus Niederösterreich hilft.

Von Maria Prchal. Erstellt am 19. Juni 2018 (00:41)
Prchal
Eva Draxler traf Samea, Mohammad, Ismail und Ahmad in der Nähe der syrischen Grenze. Ahmad kann dank Care wieder in die Schule gehen. Später möchte er Polizist werden.

„Jedes Schulkind ist kostbar“, ist sich Eva Draxler aus Weiten bei Melk sicher. Deswegen hilft sie als Projektmanagerin bei Care Österreich unter anderem, Geld für Bildungsprojekte in Jordanien zu lukrieren. Bei einem Besuch vor Ort sprach sie mit unterstützten Familien, um zu wissen, wo genau die Spenden hinfließen. Die NÖN war mit dabei.

Über eine Million syrische Flüchtlinge leben geschätzt in Jordanien, darunter unzählige Kinder, die arbeiten müssen, um die Familie über Wasser zu halten. Hier springt Care ein und unterstützt finanziell, damit die Kinder wieder in die Schule gehen können. Rund 1.850 Kinder konnten so bereits ihre Bildung fortsetzen.

CARE/Thomas Haunschmid
In Syrien herrscht mittlerweile länger Krieg, als Ismail auf der Welt ist.

Einer davon ist der Zwölfjährige Hassan, der von 8 Uhr bis Mitternacht in einer Fabrik arbeitete und mit Geschwistern und Mutter in einem Zelt wohnte. Jetzt haben sie wieder eine Wohnung und Hassan geht in die Schule.

„Keiner will seine Kinder arbeiten schicken“, so Draxler, die vor zwei Jahren aus dem Tourismusbereich zu Care wechselte. Allerdings sei der Hunger stärker. Die Situation sei in Österreich schwer nachzuvollziehen, doch: „Care hat seine Arbeit in der Nachkriegszeit in Europa begonnen. Was Österreich 1946 war, ist Syrien 2018.“ Sie plädiert dafür, die Geschichten hinter den Zahlen zu sehen.

Prchal
Zwei Jahre sammelte Anwar Müll, um Geld zu verdienen. Jetzt geht er wieder in die Schule.

Der größte Wunsch der meisten Flüchtlinge: nach Syrien zurückkehren. Doch dieser Traum rückt immer weiter in die Ferne.