Telekom-Affäre durch Huawei-Ermittlung aufgeflogen. In der Telekom-Affäre ist die Kursmanipulation im März im Zuge der Ermittlungen zur Affäre um den chinesischen Technologieriesen Huawei aufgeflogen, berichtet das "WirtschaftsBlatt". Die Aufdeckung der Geldflüsse von Huawei an den Lobbyisten Peter Hochegger für die Vermittlung von Aufträgen der Telekom Austria habe wenig später auch die Aktienmanipulation ans Tageslicht gebracht.

Erstellt am 28. August 2011 (18:14)

In der Telekom-Affäre ist die Kursmanipulation im März im Zuge der Ermittlungen zur Affäre um den chinesischen Technologieriesen Huawei aufgeflogen, berichtet das "WirtschaftsBlatt". Die Aufdeckung der Geldflüsse von Huawei an den Lobbyisten Peter Hochegger für die Vermittlung von Aufträgen der Telekom Austria habe wenig später auch die Aktienmanipulation ans Tageslicht gebracht.

Bedingt durch die Causa Hochegger sei es zu Hausdurchsuchungen beim ehemaligen Telekom-Austria-Vorstand und jetzigen Kronzeugen Gernot Schieszler gekommen, der Anfang Juli mit seiner Aussage den Broker und Euro-Invest-Grunder Johann Wanovits belastet habe. Auch Josef Trimmel, Bereichsleiter Geschäftskunden bei der TA und Kontaktmann von Wanovits sei einvernommen worden. Wanovits habe dann im August - konfrontiert mit den Aussagen Schieszlers und Trimmels - gestanden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf eine involvierte Person. Dieser Quelle zufolge sei der telefonische Auftrag zur Kursmanipulation von Trimmel an Wanovits gegangen und nicht von Schieszler oder dem ehemaligen TA-Vorstand Rudolf Fischer, wie in Medien kolportiert. Allerdings habe vorher eine Telefonkonferenz zwischen Schieszler und den Ex-Vorständen Fischer und Stefano Colombo stattgefunden, in der der "Auftrag" offiziell erfolgt und abgesegnet worden sei. Das habe auch auch Schieszlers Anwalt, Stefan Prochaska, dem "WirtschaftsBlatt" bestätigt.

Ein "interessanter Nebenaspekt" ist laut Zeitung, dass der zu niedrige Kurs der Telekom-Aktie "wohl hausgemacht war": Laut Insidern habe die TA im November 2000 nach eigenen Angaben 3,8 Millionen amerikanische Call-Optionen mit Verfallstermin 27. Februar beim US-Investmenthaus Merrill Lynch abgeschlossen und sich sich dadurch einen Ausübungskurs von 9 Euro je Aktie gesichert. 3,3 Millionen Call-Optionen seien am 27. Februar 2004 laut TA-Website auch ausgeübt. "Durch die Option und eine wahrscheinliche Absicherung auch seitens Merrill Lynch kam vor dem Verfall Druck auf die Aktie. Denn durch die Option gab es auch Interesse an einem niedrigen Kurs", zitiert das "WirtschaftsBlatt" einen Marktinsider. Stichtag für die Ausübung des Stock-Option-Programmes war der 26. Februar.