Pflicht-Quarantäne nach Aufenthalt in Risiko-Gebieten. Niederösterreicher, die etwa in Flachau, Bad Gastein oder irgendwo in Tirol waren, müssen sich ab sofort verpflichtend zwei Wochen zuhause isolieren. Die Bezirkshauptmannschaften müssen dazu eine Verordnung erlassen, erklärt Gesundheits-Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 23. März 2020 (09:57)
SPÖ

Niederösterreicher, die ab heute aus einem der Corona-Risko-Gebiete Österreichs zurück nach Niederösterreich kommen, müssen sich nun verpflichtend in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne begeben. Außerdem ist die Bezirksverwaltungsbehörde umgehend darüber zu informieren. Das kann telefonisch oder mittels Webformular auf https://www.noe.gv.at/einreise geschehen.

"Die Bezirkshauptmannschaften sind ab sofort dazu verpflichtet, diese Verordnung zu erlassen", erklärte Gesundheits-Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Sonntag. Passiert ist das heute, Montag.

Zum innerösterreichischen Risiko-Gebiet zählen: Flachau, Gasteinertal mit den Gemeinden Bad Gastein, Bad Hofgastein und Dorfgastein sowie das Großarltal mit den Kommunen Großarl und Hüttschlag, Heiligenblut in Salzburg, die gesamte Arlberg-Region mit Lech, Warth, Schröcken und der Ortsteil Stuben der Gemeinde Klösterle sowie das gesamte Land Tirol. Aufgehalten haben sich dort – seit den Ausgangsbeschränkungen – etwa Niederösterreicher, die auf Montage oder in einem Spital waren.

Die Verordnung gilt außerdem für Auslandsreisende. Wer aus den Staatsgebieten von Italien, Schweiz, Liechtenstein, Deutschland, Ungarn und Slowenien zurück nach Niederösterreich kommt, muss ebenfalls zwei Wochen in Quarantäne.

„Es geht derzeit darum, die sozialen Kontakte bei möglichst vielen Menschen auf das Nötigste einzuschränken. Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten gehören zu jenen Gruppen, die besonders darauf achten sollten. Die Verordnung unterstützt diese Maßnahme und vereinfacht zudem die Tätigkeit der Bezirksverwaltungsbehörden in dieser schwierigen Zeit", erklärt Königsberger-Ludwig.

Ausgenommen von der neuen Regelung sind Personen, die ein Gesundheitszeugnis vorlegen, das bestätigt, dass sie negativ auf das Virus getestet wurden und der Test nicht älter als vier Tage ist.

Ausnahmen für Menschen, deren Jobs "systemrelevant" sind

Außerdem kann die Bezirkshauptmannschaft auf Antrag Ausnahmen für Menschen in Gesundheits-, Pflege- und Sozialbetreuungsberufen genehmigen. Genauso wie für all jene, deren Arbeit für die Sicherheit der Bevölkerung erforderlich ist oder der Grundversorgung dient.

Die Verordnung gilt vorerst bis einschließlich 3. April.