Erstellt am 20. Januar 2015, 22:46

von Daniel Lohninger und APA Red

Vinzenz Höfinger verstorben. Trauer herrscht um ehemaligen Wirtschaftslandesrat und Präsident der Niederösterreichischen Handelskammer, Vinzenz Höfinger, der am Dienstag im 87. Lebensjahr verstorben ist.

Vinzenz Höfinger  |  NOEN, WKNÖ/Schnabl (Archiv)

"Vinzenz Höfinger gehörte jener Aufbaugeneration an, die Niederösterreich zu dem gemacht hat, was es heute ist", sagte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll zum Ableben seines langjährigen Regierungskollegen Vinzenz Höfinger.

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"Engagiertes Leben im Dienste des Landes"

"Seine Generation hat nach den schrecklichen Ereignissen des Zweiten Weltkrieges jene Grundlagen geschaffen, auf denen wir heute weiterbauen dürfen. Der Name Vinzenz Höfinger steht für ein arbeitsreiches und engagiertes Leben im Dienste der niederösterreichischen Wirtschaft und des Landes Niederösterreich", so Pröll.

Der Landeshauptmann weiter: "Höfinger startete den Aufbau des Wintersports in Niederösterreich zu einem erfolgreichen Tourismuszweig durch Ausbau der Liftanlagen v. a. am Semmering, er setzte Liberalisierungsakzente im Bereich des NÖ Gewerbes und legte den Grundstein für eine moderne niederösterreichische Wirtschaftsagentur, aus der sich die heutige ecoplus entwickelte."

"Konsensorientiert und zielgerichtet"

"Er war ein harter Verhandler, aber dabei immer auch konsensorientiert und zielgerichtet", betonte der Landeshauptmann: "Er war ein aufrechter Kämpfer unserer Gesinnungsgemeinschaft auf der Basis seiner christlich-sozialen Überzeugung." 

Höfinger habe sich durch seine Authentizität und Unverwechselbarkeit, aber auch durch seine Offenheit und seinen Humor ausgezeichnet. Pröll: "Unsere tiefe Anteilnahme gilt seiner Gattin und der gesamten Familie."

Der am 6. November 1928 in St. Pölten geborene Höfinger war von 1986 bis 1993 als Landesrat tätig - und war in dieser Zeit auch der führende St. Pöltner Landespolitiker gewesen, der den Prozess der Landeshauptstadtwerdung mitgestaltete.

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Dkfm. Vinzenz Höfinger und Altbürgermeister Willi Gruber bei der NÖPLAN Aufsichtsratssitzung im Jahr 1987.

"Er vergaß nie seine St. Pöltner Wurzeln"

„Höfinger verfolgte Politik immer mit Augenmaß und war Sozialpartner der ersten Stunde. Seine Leistungen wirkten über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus, wobei er aber nie auf seine Wurzeln in St. Pölten vergaß“ würdigen St. Pöltens Bezirksparteiobmann Martin Michalitsch, Stadtparteiobmann Matthias Adl und Ehren-Bezirksparteiobfrau Luise Egerer das Wirken des Alt-Politikers. Sein Wirken lasse ihn in einer Reihe mit großen Niederösterreichern und St. Pöltnern wie Julius Raab stehen.

Höfinger war ab 1960 Gemeinderat in St. Pölten und wurde 1970 zum Stadtrat gewählt. Er gehörte von 1972 bis 1979 erneut dem Gemeinderat an.  Zwischen 1980 und 1986 war er Präsident der damaligen NÖ-Handelskammer. Zwischen 1975 und 1986 war er Landtagsabgeordneter.  

Einen ausführlichen Nachruf mit weiteren Stimmen zum Ableben Höfingers finden Sie in der Printausgabe der St. Pöltner NÖN am kommenden Montag!