Ein überzeugter Europäer ist verstummt. Herbert Vytiska, Buch-Autor, Wahl-Niederösterreicher und langjähriger Pressesprecher von Alois Mock, ist gestern, Sonntag, nach schwerer Krankheit im 77. Lebensjahr verstorben.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 01. Juni 2020 (16:10)
Herbert Vytiska
Fleck

Sein jüngstes Buch, mit 70 Zeitzeugen-Interviews rund um 1989, hätte im Juni erscheinen sollen. Sein letztes hat Herbert Vytiska erst im Februar in St. Pölten präsentiert – gemeinsam mit EU-Parlaments-Vizepräsident Othmar Karas. Den hatte der Autor, Ausstellungsgestalter und Wahl-Niederösterreicher ebenso politisch begleitet wie Alois Mock. Am Pfingstsonntag ist Vytiska im 77. Lebensjahr verstorben.

„Mit Herbert Vytiska verlieren wir eine wertvolle, stets optimistische und hoch engagierte Persönlichkeit. In seinem beruflichen Leben hatte er sich ganz der Kommunikation verschrieben: Insbesondere als Pressesprecher von Alois Mock sowie Autor zeitgeschichtlicher Bücher fand er über Parteigrenzen hinweg höchste Anerkennung“, würdigt ÖVP-Bundesparteiobmann und Bundeskanzler Sebastian Kurz die facettenreichen Leistungen Vytiskas. 

„Herbert Vytiska war Europa ein Herzensanliegen. Engagement und Leidenschaft für die Europäische Union zeigte er nicht nur als Pressesprecher von Alois Mock, der Österreich als Außenminister in die EU geführt hat. Auch nach seiner aktiven Karriere in der Politik widmete er sich als Autor der Europäischen Union und ihrer Zukunft. Herbert Vytiska war ein Vordenker und hat bereits früh erkannt, dass es für einen Schritt nach vorne oft einen Blick auf die Vergangenheit braucht“, so Europaministerin Karoline Edtstadler.

„Herbert Vytiska wird uns allen in der Volkspartei in schöner und dankbarer Erinnerung bleiben. In diesen schweren Stunden gilt unser aufrichtiges Beileid und Mitgefühl seiner Familie und allen Angehörigen“, so Kurz und Edtstadler abschließend.

„Die Nachricht, dass Herbert Vytiska den langen Kampf gegen seine Krankheit verloren hat, war ein großer Schock für mich. Herbert war ein durch und durch lebensfroher Mensch, dessen Optimismus regelrecht ansteckend war. Bei ihm traf unbändiger Tatendrang auf eine bis in die Haarspitzen reichende politische Ader“, zeigt sich auch Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec betroffen. 

„Herbert war auch dem Seniorenbund sehr stark zugetan und hat immer wieder Ideen und Anregungen eingebracht. Bis zu seinem viel zu frühen Tod mit 76 Jahren hat er noch an zahlreichen Projekten und zeitgeschichtlichen Büchern gearbeitet, die er mit seinen breiten Kenntnissen und Erinnerungen gefüllt hat. Mit ihm verliere ich nicht nur einen jahrelangen Parteifreund, sondern auch einen Lebensfreund. Mein tiefstes Mitgefühl gilt seiner Familie, allen voran seiner Frau Maria und seinen Töchtern Kathi und Vicky“, so Ingrid Korosec.