Österreich bekommt ein "Wolfs-Zentrum". Ministerin Köstinger legte den Bundesländern ihre Pläne für den Umgang mit Wölfen vor.

Erstellt am 15. Juni 2018 (14:22)
APA
Elisabeth Köstinger will raschere Entschädigung für Wolfsrisse

Treffen der Agrarreferenten der Bundesländer in Stegersbach im Burgenland: in diesem Rahmen hat Landwirtschafts- und Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Freitag ihre Pläne für den Umgang mit frei lebenden Wölfen in Österreich vorgestellt. „Die Herausforderungen, die in Österreich lebende Wölfe mit sich bringen, sind vor allem für die Bauern groß“, weiß Köstinger. 

„Wir haben mit den Wölfen in Österreich inzwischen eine schwierige Aufgabe zu meistern, mit der wir uns unaufgeregt und professionell befassen, daher habe ich heute auch meine Vorschläge dazu auf den Tisch gelegt.“ Dazu zählt vor allem die Einrichtung eines Österreich-Zentrums für "Beutegreifer" wie den Wolf. Diese Tiere haben zuletzt in einigen Bundesländern Schafe gerissen. 

„Es ist aus meiner Sicht sinnvoll, dass wir dieses Thema in Zusammenarbeit und Einvernehmen mit den Bundesländern neu strukturieren und aufsetzen“, sagte Köstinger. „Ich habe den zuständigen Landesräten daher die Einrichtung eines ‚Österreichzentrums‘ vorgeschlagen, in dem das Management für diese so genannten ‚großen Beutegreifern‘ gemeinsam durchgeführt werden soll“, meinte sie. 

Zentrum entsteht in der Steiermark 

Das Bundesministerium werde dafür  die notwendigen Räumlichkeiten am Standort der HBLFA Raumberg-Gumpenstein in der Steiermark zur Verfügung stellen. „Ebenso werden wir personelle und Expertenunterstützung bei Projekten in diesem Rahmen bereitstellen“, versprach Köstinger.

Rasche Entschädigung bei Wolfsrissen

 "Unter anderem ist sehr wichtig, dass die Entschädigung für Wolfsrisse künftig rascher und unbürokratisch abgewickelt werden kann“, betonte sie. „Das wollen wir durch die Umkehr der Beweislast erreichen. Wenn sich herausstelle, dass das Tier nicht von einem Wolf gerissen wurde, muss die Entschädigung nachträglich refundiert werden.“ 

Das neue Österreich-Zentrum habe mehrere Aufgaben: 

  • Funktion der Nationalen Beratungsstelle Herdenschutz (Ausarbeitung von Vorschlägen zu Herdenschutzmaßnahmen)
  • Ausarbeitung eines Vorschlags einer für Österreich einheitlichen Entschädigungsregelung. Derzeit bestehen in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen.
  • Organisatorische Eingliederung der bisherigen Koordinierungsstelle
  • Ausarbeitung von Entscheidungsgrundlagen für Länder und Bund
  • Unterstützung des Monitorings der großen Beutegreifer (Datenmanagement, Datenaufbereitung, Dokumentation)
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Konzeption von Projekten

 

Weitgehende Zustimmung außer von Wien

„Zur Umsetzung wollen wir eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern unter der Leitung eines Bundeslandes einrichten, die alle organisatorischen Details klärt, damit wir mit den  Arbeiten zur Gründung des Österreichzentrums umgehend beginnen können“, erläuterte Köstinger. „Es wäre wichtig, dass nun alle Bundesländer dieser Vorgangsweise zustimmen und sich an diesem Projekt beteiligen“, meinte die Ministerin.  In der Konferenz der Landesagrarreferenten gab es heute schon weitgehendes Übereinkommen - außer von Wien - zu Köstingers Plänen.