Der Wahl-Beobachter. St. Pöltens SPÖ-Nationalratsabgeordneter Anton Heinzl war für die OSZE bei den Parlamentswahlen im Raum Odessa im Einsatz. Dort verlief der Tag äußerst ruhig.

Von Martin Gebhart. Erstellt am 27. Oktober 2014 (05:26)
NOEN
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko (M.) besuchte noch am Wahlsonntag einige Wahllokale in der Ostukraine, Wahl-Beobachter Anton Heinzl (r.) aus St. Pölten war im Raum Odessa für die OSZE im Einsatz. UPPD, privat

„Seit sieben Uhr sind wir im Raum Odessa von Wahllokal zu Wahllokal unterwegs. Die Wahl verläuft hier äußerst ruhig, die Behörden bemühen sich sehr, dass alles nach unserem westlichen Muster abläuft.“ Wahl-Beobachter Anton Heinzl wirkte recht entspannt, als ihn die NÖN bei seinem Einsatz in der Ukraine erreichte. In jener Region, in der der St. Pöltner SPÖ-Nationalratsabgeordnete für die OSZE – Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa – im Einsatz war, gab es an diesem Sonntag auch kaum Probleme.

Kandidaten attackiert 

Das war nicht überall so, obwohl landesweit Polizei und Armee mit rund 85.000 Einsatzkräften für Sicherheit sorgten. So wurde etwa aus der Region Kirowograd ein Auto mit drei Kandidaten der Partei von Präsident Petro Poroschenko mit Steinen attackiert, nachdem diese mutmaßliche Wahlfälscher gefilmt hatten.

In der Ukraine waren an diesem Sonntag rund 36 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen, wobei in der umkämpften ostukrainischen Region um Donezk und Luhansk in weiten Teilen wegen der Besetzung durch pro-russische Rebellen nicht gewählt werden konnte. Präsident Petro Poroschenko hatte sich am Wahltag in die Ostukraine aufgemacht, um sich selbst ein Bild vom Verlauf der Abstimmung zu machen.

Bereits der 15. Einsatz von Anton Heinzl 

In der Region Odessa jedenfalls hatten Anton Heinzl und sein Team am Sonntag keinerlei Unregelmäßigkeiten entdeckt. Heinzl: „Wir werden sehr korrekt behandelt. Auf alle unsere Fragen erhalten wir eine Antwort. Wir haben keine Fehler entdecken können.“

Der St. Pöltner war dann noch am Montag Vormittag zur Abschlussbesprechung in der Ukraine, ehe es nach Österreich zurück ging.

Als Wahl-Beobachter ist Heinzl ein alter Hase. Die Ukraine-Wahl ist sein bislang 15. Einsatz für die OSZE, wobei er vor allem in den ehemaligen Sowjet-Republiken im Einsatz war. Zuletzt in Moldawien.

Übrigens: Bei der Wahl waren 29 Parteien angetreten. Umfragen zufolge dürften nur rund sieben Parteien die Fünf-Prozent-Hürde für das Parlament schaffen. Als stärkste Fraktion ging die Partei von Präsident Poroschenko hervor.

Nähere Informationen und Detailergebnisse finden Sie hier: