NÖN-User sagen "Nein" zu 1,50 Euro Stundenlohn. Innenminister Herbert Kickl hat mit seinem Vorschlag, den Stundenlohn für Asylwerber, die Hilfstätigkeiten verrichten, auf 1,50 Euro zu senken, für Aufsehen gesorgt. Bei einer NÖN Online-Umfrage hat sich der Mehrheit gegen diese Idee ausgesprochen.

Von Theresa Bittermann. Erstellt am 09. April 2019 (14:03)
APA/Wolfgram Kastl, dpa
Asylwerber bei einer Hilfstätigkeit in einer Flüchtlingsunterkunft

Etwa 3100  NÖN-User stimmten zur Frage "1,50 Euro Stundenlohn für Flüchtlinge in den Gemeinden?" ab. 56 Prozent sprachen sich gegen eine Senkung des Stundenlohns auf 1,50 Euro aus, 44 Prozent würden eine solche Lohnsenkung befürworten. 

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) gibt in der Debatte zu denken: "Man muss schon dazusagen, dass es um einen Zuschlag zur Grundversorgung geht." Man müsse in dieser Diskussion aber auch bedenken, "dass man mit 1,50 Euro in der Stunde nicht gerade mehr Menschen zu gemeinnütziger freiwilliger Tätigkeit motivieren wird."

Gemeindebundpräsident Alfred Riedl betont, dass man gemeinnützige Tätigkeiten nicht mit einem Dienstverhältnis gleichsetzen dürfe. Anders sieht das Rupert Dworak, Präsident des Gemeindevertreterverbandes, denn Asylwerber dürften ohnehin nicht mehr als 110 Euro monatlich verdienen, wenn sie nicht aus der Grundversorgung fallen wollen. 

Ein NÖN-Bericht aus dem Bezirk Waidhofen hat zudem gezeigt, dass die Forderung nach einer Lohnsenkung auf einen Stundenlohn von 1,50 Euro für Asylwerber kaum eine Rolle spiele. Die Gemeinden im Bezirk Waidhofen haben entweder keine Asylwerber oder keine Arbeit für diese.